Scheißtag.

Scheißtag.

Eigentlich könnte ich es bei diesem Titel belassen. Das Laufen war gestern schon frustrierend, null Power und plötzlich wieder Schmerzen und nur 5km, von welchen ich die letzten 2 echt kämpfen musste. Eigentlich ja Kindergarten…nur leider nicht in diesem Fall.

Heute noch schlimmer als gestern: nachdem ich die ganzen Rad-Wettkämpfer den Feldberg und Frankfurt habe erobern lassen, dachte ich mir: der Berg ruft. Das Wetter-Radar zeigte dunkle Wolken und Gewitter an, die Sonne hatte sich verzogen, aber ich riskierte es trotzdem.

Hätte ich echt lieber bleiben lassen sollen. Ich meine, ich brauche keinen Sonnenschein oder so, um glücklich zu sein. Seit drei Tagen habe ich eine extrem gedrückte Stimmung und kann auch in sportlicher Hinsicht keine Leistung mehr zeigen. Oft gibt es sich ja noch währenddessen, aber heute war schon ab der Hohemark irgendwie die Luft raus und mein Kreuzbein meldete sich bei jedem Tritt in das Pedal mit einem stechenden Schmerz.

Zu allem Überfluss hatte ich erfolgreich verdrängt, dass ja heute der 1. Mai ist – in diesem Fall hieß das, dass ich nicht nur Bierkisten-Schleppenden Leuten begegnete, sondern auch einer ganzen Ansammlung von Jugendlichen die auf Bierkästen mitten auf den Wegen campierten. Die meisten schon mehr als nur betrunken, viele konnten torkelnd kaum noch ihre Bierkiste tragen. Irgendwie zog ich wohl auch die Aufmerksamkeit auf mich und erntete blöde Sprüche und noch blödere Anmachen.

Entlang von leeren Bierkisten und zerbrochenen Flaschen kämpfte ich mich die ersten Steigungen hoch, während es langsam und leise anfing zu regnen. Da ich mich zudem auch noch für eine andere Abzweigung entschieden hatte, befand ich mich auf mir unbekannten Terrain und scheinbar nicht enden wollenden Kilometern.

7km später schien mir immer noch kein Ende in Sicht, in der Ferne hörte ich den Donner grollen und der Regen nieselte nicht mehr, sondern prasselte auf mich herunter. Dann lichtete sich der Waldweg und ich kam auf Schotter mit großen hervorstehenden Steinen, vom Regen schmierig und glatt.
Ich arbeitete mich weiter vorwärts und versuchte meine miese Laune einfach zu ignorieren. Einen Moment später registrierte ich, dass es mir nicht mehr möglich war in das Pedal rechts zu treten: ich hing fest und viel um wie ein Stein.

Begraben von meinem MTB lag ich auf der Seite mitten im Regen. Mein Schnürsenkel hatte sich das erste Mal seitdem ich jemals Rad gefahren bin, gelöst und in das Pedal gewickelt und das so fest, dass ich mich nicht befreien konnte. Ich rutschte neben das Rad und versuchte mit kalten, steifen Fingern den Schnürsenkel wieder zu entwirren. Der Donner wurde lauter, ich lag immer noch im Matsch und überlegte den Schnürsenkel einfach abzureißen, da ich nicht erkennen konnte in welcher Art und Weise dieser sich um den Drehpunkt des Pedals gewickelt hatte. Ich startete noch einen Befreiungsversuch und schaffte es dann doch. Mein vorderes Schutzblech hatte es auch heruntergerissen – ich holte Jacke und Helm aus dem Rucksack, steckte das Blech hinein und trat den Rückweg an.

Ich fing an zu frieren, spürte meine Finger immer weniger und vergaß fast woher ich überhaupt gekommen war. Es kam mir alles ewig vor, der Wald viel zu dunkel und ich irgendwie zu allein. Meine Stimmung auf dem Tiefpunkt.

Zum Ende hin konnte ich mich wieder an den leeren Bierkästen und Flaschen orientieren und war dann doch schneller wieder Richtung Heimat unterwegs als ich zunächst angenommen hatte. Es regnete noch bis ich wieder im Ort war und hörte dann schlagartig auf – nicht dass ich mir deshalb etwas verarscht vorgekommen wäre.

23km und 540 Höhenmeter auf und ab später – also vor der Haustür – registrierte ich, dass ich aussah wie ein Schlammmonster, von meinem armen MTB brauche ich erst gar nicht zu sprechen. Wie ich das wieder sauber bekomme muss ich erst noch herausfinden 😀

Leider habe ich nun wieder sehr starke Schmerzen und ich glaube das ist auf den Sturz zurückzuführen… Wenn ich genau überlege, war es schon einmal so: als ich im Winter beim Laufen weggerutscht und gestürzt bin, war dies der Anfang meiner Kreuzbein-Schmerzen. Sonst war biken immer eher regnerativ und nicht schmerzhaft. Jetzt ist es schlimmer als gestern..könnte mich gerade echt einfach nur erschießen >.<

Ich hoffe euch ist es besser ergangen 😉

— Jamie

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