Laufen vs. biken

Laufen vs. biken

Fast wieder eine Woche ist seit meinem letzten Beitrag verstrichen. Ich gebe zu, manchmal denke ich mir, fasse ich besser erst mal nicht in Worte wohin meine Leistung tendiert und warte lieber ab. Nach einer Woche habe ich dann meistens selbst einen besseren Überblick und muss nichts beschreien 😉

Nach dem 1. Mai bin ich freitags zu Hause verschimmelt und habe ernsthaft meinen allerletzten wirklich richtigen Urlaubstag mit Altlasten des Programmierens verbracht. Im Prinzip war ich selbst schuld, ich habe gewartet bis ich nicht mehr warten konnte – obwohl ich normalerweise nicht der Mensch bin der alles vor sich herschiebt. Und vielleicht war es auch ganz gut so, denn ich hielt wortwörtlich die Füße still.

Dafür war am Samstag biken angesagt – jedoch erst nachmittags, weshalb ich den Vormittag wieder dem Programmieren widmete und mein Hirn gefühlt immer weicher wurde. Ich wollte nur noch raus.

Als es dann soweit war, eröffnete mir meine MTB-Begleitung schon einen mehr als trainingsreichen Vormittag durchgestanden zu haben – daraus resultierte eine leicht andere Route als sonst. Irgendwie kam mir das aber auch gelegen, bei mir war ebenfalls die Luft raus und irgendwie hing eine komische Stimmung an diesem Tag in der Luft. Ich konnte kaum reden und meine Beine fanden kaum Kraft für die Steigungen.

Das Witzige war eigentlich, dass wir exakt den gleichen Weg fuhren wie ich zuvor am 1. Mai gefahren bin. Da wurden alte Traumata wieder hochgeholt und die langen anspruchsvollen Steigungen förderten nicht gerade meine derzeitige Motivation. Zumindest regnete es nicht, aber es war dennoch sehr kalt. Als wir zu meiner Absturzstelle kamen war ich doch etwas komisch berührt. Rückblickend bin ich froh an diesem Tag nicht weiter gefahren zu sein, denn die Strecke die danach kam hatte es mehr als in sich.

Über Schotter, große Steine (die schon fast einem Felsenmeer glichen) arbeiteten wir uns weiter vorwärts und begegneten einem komischen Typ mit Wanderstock und portablen Radio, um bezüglich des Fußballs auf dem neusten Stand zu sein. Informanten im Wald also.

Nach einem großartigen Panorama und dem Ende des Berges mussten wir wieder einen Weg herunter finden. Die gleiche Strecke zurück wäre ja langweilig. Das was folgte war alles andere als langweilig. Noch steiler und steiniger als alles zuvor. Es war Millimeterarbeit dort hinunter zu kommen und vor dem letzten Drittel stiegen wir beide ab, war einfach zu gefährlich.

Wieder auf festeren Wegen war man dann auch schnell wieder Richtung Heimat unterwegs und meine Stimmung war eine bessere.

Am Tag darauf war das Fitnessstudio angesagt und ich hielt 9km und 47min auf dem Laufband durch. Alles nur ein Aspekt der reinen Frustration. Ich hätte es besser bleiben lassen sollen. Am selben Nachmittag konnte ich kaum mehr Gehen und selbst in der entspanntesten Position war es kaum zu ertragen. Mittlerweile ist der Schmerz ins Knie und in den unteren Bereich des Oberschenkels gerutscht, inklusive eines pulsierenden Steißbeins vom Sturz. Ich humpelte also noch bis abends so durch die Gegend, nahm dann Voltaren und ließ mich tapen. Der Schmerz am Knie war fast direkt weg (wirklich wundersames Zeug) und der Rest verging nachts und am darauffolgenden Tag.

Natürlich stellte ich mich direkt wieder aufs Laufband und hielt 6km durch. Frustriert war ich dennoch: der Schmerz meldete sich wieder und ich fühlte mich immer noch kraftlos, hatte schwere Beine und ging wieder nach Hause, mit dem Vorsatz am Tag darauf das Laufen durch biken zu ersetzen.

Leider sah das Wetter nicht so gut aus wie ich es gerne gehabt hätte und auf noch so einen Tag wie den 1. Mai hatte ich wenig Lust. Noch im Büro überlegte ich hin und her, checkte den Wetterbericht und dachte an meine übermächtige Müdigkeit, da ich in der Nacht zuvor gar nicht in den Tiefschlaf kam. Als ich zu Hause war, schaltete ich einfach meinen Kopf ab und zog mich um und ehe ich es mir versah war ich schon Richtung Saalburg unterwegs.

Erst spürte ich wieder schwere Beine und wenig Power, aber das gab sich dann doch irgendwie. Beeindruckend war, dass ich immerzu schlimme und steile Abschnitte erwartete (die ich ja schon kannte) die mir aber plötzlich gar nicht mehr so vorkamen. Ruck Zuck waren es nur noch 2km bis zum Feldberg und bis auf meine obligatorischen letzten 20m Schieben, gab es keine besonderen Vorkommnisse.

IMG_20140506_200545_589Um viertel nach 8 stand ich oben und blickte auf ein faszinierendes Panorama im gleisenden Abendlicht. Ich war vollkommen alleine, es war niemand sonst dort. Fast ehrfürchtig nahm ich ein Panoramabild davon auf und stand noch einige Minuten regungslos an Ort und Stelle, ehe ich den Rückweg antrat.

Entgegen meiner Vermutungen gab es keinen einzigen Tropfen Regen und es war nicht so kalt, dass ich zwei Jacken hätte anziehen müssen. Ich wählte die kürzere Abfahrt herunter, um nicht im Dunkeln fahren zu müssen. Dabei kamen mir sogar noch ein paar Radfahrer entgegen, die erst da zum Feldberg aufgebrochen sind. Mir war stellenweise schon etwas mulmig, da es im Wald bedeutend dunkler war und ich nicht immer so genau wusste, ob ich mich noch auf dem richtigen Weg befand.

Letzte MückenschIMG_20140506_200337wärme und fast 37km später (woran erkennt man einen freundlichen Radfahrer? An den Fliegen zwischen den Zähnen 😉 ) befand ich mich wieder vor meiner Haustür. 1Std und 40min hatte ich ca bis hoch gebraucht und insgesamt 2Std25min mit 13min Gipfel-Pause.

Jetzt bin ich wieder etwas mehr angefixt und hoffe dass das auch so bleibt 😉

— Jamie

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