Falling down.

Mein momentanes Gefühlsleben gleicht einer Achterbahn. Ich bin ja wirklich immer bemüht zu ergründen, warum ich gewisse Dinge so fühle, jedoch ist das nicht immer so einfach. Vor allem wenn man merkt, dass dies ein riesiges Puzzle bedeutet, dessen Ausmaße ich noch nicht einmal überblicken kann.

Es ist ein Teufelskreis: meine von Haus aus angeknackste Psyche, plus die Schmerzen der Laufverletzung die schon über 4 Monate andauert inklusive der Phasen in denen ich einfach tagelang keine Power mehr habe, initiieren negative Emotionen. Klar, was man denkt das fühlt man auch irgendwann. Blöd nur, wenn man das Denken schon gar nicht mehr auslebt, weil man verdrängt und ignoriert. Das sich daraus eine Verselbstständigung bildet, ist nur logisch.

Ich bin ein Meister im Übergehen. Aber das rächt sich irgendwann und ich komme immer wieder genau an den Punkt an welchem ich jetzt bin: die Psyche schlägt sich auf den Körper nieder, der sich wehrt. Ständiger Schwindel und Übelkeit sind die Folge. Normalerweise laufe ich diesen Downs einfach davon. Nur, wenn das mit dem Laufen nicht mehr klappt hänge ich in der Luft. Es ist eine Sache mit anderen Sportarten seine Grenzen auszuloten und den Körper große Leistungen abzuverlangen. So richtig gleicht mich aber nur das Laufen aus. Je unregelmäßiger und kürzer ich laufe, desto schlimmer, länger und öfter werden diese Phasen der Negativität.

Auch diese Tatsache habe ich gekonnt ignoriert, aber wenn ich zurück blicke, erkenne ich da deutlich einen Zusammenhang. Im tiefen Inneren spüre ich eine Haltlosigkeit, es ist wie Fallen ins Bodenlose. Der Aufschlag bleibt aus. Ich befinde mich in einer Art Schwebezustand, der mich schier wahnsinnig macht. Ich habe Probleme mich für die kleinsten Dinge zu motivieren. Ich zwinge mich zu vielem, kann nichts liegen oder gut sein lassen, weil ich mich so sehr davor fürchte in Lethargie zu verfallen und nicht mehr heraus zu kommen.

Ich möchte gerade einfach nur loslaufen, meinen Körper spüren, den Fokus auf die Anstrengung legen. Heute Abend wollte ich biken, das Wetter ist mau. Aber eigentlich ist mir das egal. Ich würde gerade sehr viel darum geben, jetzt sofort aufzubrechen. Aber es gibt Verpflichtungen nach denen ich mich richten muss. Warten und durchhalten ist angesagt, so wie immer eigentlich.

— Jamie

2 Gedanken zu “Falling down.

  1. Wow! Das kenne ich so gut. Seit nunmehr 3 Jahren kann ich nicht mehr so laufen wie ich möchte und es zieht mich auch total runter. Ich drück die Daumen, dass Du bald wieder Laufen kannst. LG

    1. Hey, „schön“ auf eine Leidensgenossin zu treffen! Seit 3 Jahren schon? Immer wegen der selben Sache? Das ist ja deprimierend :/ Ich meine mal gehört zu haben, dass Läufer mindestens einmal im Jahr eine Verletzung haben..also bei mir kommt das leider hin muss ich sagen. Nur dass es jedes Jahr immer länger dauert, bis es wieder ausgeheilt ist. Was aber wahrscheinlich auch daran liegt, dass ich das Laufen immer weiter ausbaue.
      Im Moment konzentriere ich mich stark aufs biken und habe zum Glück echt Freude daran. Aber es juckt mir schon wieder in den Beinen. Sobald es mir besser geht, stecke ich leider jedes Mal sofort wieder in den Laufschuhen..bin da ziemlich penetrant und die Verletzung leider auch, hält sich hartnäckig seit nun mehr 4 Monaten >.<

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