Sport. Mein Leben.

Sport. Mein Leben.

Darüber denke ich in letzter Zeit immer wieder nach. Sport ist Dynamik. Dynamik der Treibstoff der mich weiter bringt. Der mir zeigt dass ich am Leben bin. Ich fühle es. Selbst, wenn ich Schmerzen habe (und die habe ich immerzu).
In den letzten 3-4 Jahren hat sich sehr viel bei mir verändert. Damals beschrieb man mich als unsicher, abgekapselt oder nicht normal. Das hatte aber nichts mit meiner grundlegenden Persönlichkeit zu tun, sondern mit dem was innerhalb meiner Familie mit mir geschah. Es gab einen Wendepunkt in meinem Leben, an dem ich merkte, ich konnte meine Vorbereitungen dem Leben ein Ende zu machen, nicht ausführen. Ab da wurde ich zur Kämpferin. Erst kämpfte ich in sozialen Bereichen. Dann kämpfte ich mich durch Schule und Studium (und auch das war wahrhaft nicht leicht: Mobbing vom Feinsten, über Jahre hinweg).

Ich habe mich heraus gewunden, habe meinem Leben eine Richtung gegeben und bin dieser konsequent gefolgt. Dann kam der Sport dazu. Dieser pushte mich. Es dauerte aber ein weiteres Jahr ehe aus diesem gelegentlichen Pushen etwas wie eine Sucht wurde – Ehrgeiz, Wille, Biss. Train hard – feel good. Das fällt mit spontan dazu ein.

Mittlerweile bin ich bei 6 Tagen Sport die Woche. Wenn ich könnte würde ich mich auch beim Laufen wieder steigern und auch dort viel variieren, aber mein Bein lässt es nicht zu. Mindestens 3-4 Mal die Woche Krafttraining on top zu den Ausdauereinheiten. Ich möchte mich stetig weiterentwickeln. Ich möchte herausfinden, zu was mein Körper noch fähig ist, wie schnell er sich anpassen kann.

Das hat mit dem MTB wunderbar geklappt, nahezu von Null auf Hundert, sodass sich sogar gestandene Kerle mittlerweile bei mir bis oben zum Feldberg anhängen – worauf ich schon ein kleines bisschen stolz bin 😉 Die Planks gehen mittlerweile auch schon 3 Minuten – ca. 6 Mal gemacht und von 1 auf 3 Minuten finde ich eigentlich ganz okay. Ich frage mich was noch möglich wäre hätte ich die Schmerzen nicht. Ich hoffe ich werde es irgendwann herausfinden können.

Selbst, wenn ich nicht motiviert bin, gehe ich einfach los, setze mich aufs Fahrrad und mache was. Ich weiß, dass ich mich schlecht fühlen würde, wenn ich es bleiben ließe. Vielleicht ist das die Motivation, die ich immer zu beschreiben versuche. Es ist das Vorausdenken. Was würde ich jetzt tun, wenn ich nicht trainiere? Also trainiere ich. Und versuche oft das Beste aus mir herauszuholen. Das Beste was an diesem Tag möglich ist. Immer mit der freudigen Erwartung auf den nächsten Schub der mir Flügel verleiht.

Würde man mir den Sport verbieten – es wäre als würde man mir das Herz herausreißen. Momentan ist es so. Ich spüre mich, die Kraft, die Anstrengung und auch den Schmerz, während mir der Schweiß wie Wasser fließt, mein T Shirt eine Nuance dunkler macht, mir unangenehm salzig in die Augen rinnt.

Ich liebe es zu Laufen. Ich liebe es schnell zu laufen. Ich liebe es mit vollster Kraft zu laufen.

Beim Biken ist das auch so: ich sehe den Berg, hasse und liebe ihn. Liebe das Gefühl, wenn es plötzlich doch leichter geht, ich schneller werde. Den Rhythmus. Die Natur.

Das Reiten muss man erleben. Es ist Power, pure Dynamik und einfach nur erhebend und machtvoll. Sei es in den Sonnenuntergang zu galoppieren oder das Gefühl erleben zu dürfen eins mit dem Pferd auf dem Dressurviereck zu sein. Ich liebe die Spannung. Ich liebe den Tanz, den Kontakt, die Übereinstimmung.

Beim Krafttraining ist das eher fast wie Meditation – ich komme etwas mehr runter. Muss mich konzentrieren. Ich liebe den Widerstand, den Zug, das Gefühl, dass etwas in Arbeit ist. Ich liebe es zitternd die Planks durchzuhalten, mit dem Blick auf dem Sekundenzeiger der Runde um Runde dreht, die Schweißperlen die einfach unter mich tropfen.

Dann bin ich glücklich. Bin erfüllt. Komme schneller wieder hoch. Habe Gleichgesinnte. Es scheinen auch so etwas wie Freundschaften zu entstehen. Alles Dinge die in meiner Vergangenheit mehr als zu kurz kamen.

Ich spüre wieder Energie, auch wenn ich müde bin. Ich habe wieder solche Schmerzen, dass ich weinen könnte, aber das reißt mich nicht mehr herunter. Ich liebe das was ich tue. Wenn mir jemand heute einen Vertrag anbieten würde, mit dem ich unterzeichne mein Leben dem Sport widmen zu dürfen, ich würde keine Sekunde zögern.

— Jamie

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