Doppelbelastung & Plagegeister

Den Plan für Freitag habe ich durchgezogen (10km, 52min) und war dann echt tot müde. Gleichzeitig aber auch innerlich richtig aufgekratzt, sodass ich gar nicht mehr richtig runter kam. Entsprechend bescheiden war dann die Nacht. Gegen 12 bin ich ins Bett und um 8 klingelte der Wecker, weil ich zum Reiten verabredet war. Und toll war es leider an diesem Tag auch nicht, da das Pferd und ich wieder einen Kampf austrugen, den weder er noch ich klar gewonnen hatten. Das weitere Vorgehen besagte – gleich am nächsten Tag nochmal. Beziehungsweise Morgen. Wieder um 8h aufstehen. Das Wochenende war im Eimer.

Als wir später die Pferde auf die Koppel bringen wollten, stellten wir fest, dass der Zaun nicht mehr steckte und runtergetrampelt war. Die Batterie für den Strom funktionierte auch nicht mehr. Also erstmal alle Steckzäune und Bänder einsammeln..

Um halb 1 war ich dann doch mal zu Hause und konnte mich direkt wieder beeilen. Ich wollte mir noch den Pony nachschneiden lassen und danach waren wir mit der kompletten Familie meines Partners verabredet. Sachsenhausen versank im Stau und meine Laune ebenso. Darüber hinaus war ich so müde, dass ich mit offenen Augen anfing zu träumen. Abends waren wieder dann wieder zu Hause und ab da hing ich eigentlich nur noch rum, oder hatte es zumindest vor, bis ich auf einmal aus meinen Augenwinkeln etwas huschen sah. Schon zwei Tage vorher hatte ich nachts immer mal wieder etwas knistern gehört, in der Wand und wurde prompt dafür verurteilt. Das was da aber quer durch den Flur in die Küche rannte, war dann aber doch nicht mehr eingebildet: es war eine Maus. Und aus einer Maus wurden zwei. Oder drei. Wir wissen es nicht genau. Ich mag Mäuse, ich hatte selbst welche als Haustier gehabt.

Ich mag aber keine Mäuse die sich in der Wand einnisten und ihre Eingänge in diese anscheinend an drei Stellen in der Wohnung haben: in der Küche hinter den Schränken und gegenüber hinter der Spülmaschine, sowie im Arbeitszimmer hinter der Tür und in der Ecke des Balkonfensters, ebenfalls gegenüber. Ich fand sogar Mäusekot auf den Nachttischen im Schlafzimmer und frage mich wirklich, ob sie womöglich nachts über die Bettdecke rennen. Es kam sogar so weit, dass eine Maus in der Müslischale auf der Arbeitsfläche saß und den Haferbrei inhalierte. Als sie mich sah sprang sie wie auf Sprungfedern bis zur Mikrowelle und seilte sich über die dort verlaufenden Rohre nach unten ab. Ja, Mäuse sind wahre Kletterkünstler. Senkrecht an den Warmwasserohren herunterzuklettern, zählt zu den leichtesten Übungen. Ungeniert zu zweit, dick und rund direkt auf dem Herd zu sitzen, jedoch auch.

Seitdem können wir nichts mehr stehenlassen und mein Partner hat sogar die Befürchtung geäußert, eine Maus könne in einem unachtsamen Moment hinterrücks in den gerade geöffneten Kühlschrank springen. Er versuchte den einen Eingang zu stopfen, aber heute Morgen war das Loch wieder freigelegt. Die Vermieter sind natürlich passenderweise gerade im Urlaub. Heute habe ich bei einem Kammerjäger angerufen, er kann ohne die Erlaubnis des Eigentümers leider nichts machen, wir sollen Schnappfallen kaufen, keine Lebendfallen, denn die Mäuse würden schneller wieder zurück kommen, als wir uns das vorstellen können. Dabei wollte ich sie einfach ein paar Kilometer weiter ins Feld aussetzen. Ich weiß nicht, ob ich so viel Schneid besitze eine Falle zu bestücken, nachts das laute Schnapp und den Genickbruch mit anzuhören und letzten Endes das arme Tier zu entsorgen. Auf jeden Fall muss schnell eine Lösung her, bevor noch irgendwelche Krankheiten auftreten. Ich wische schon jeden Tag mit Sacrotan alles ab, aber das ist ja kein Zustand…

Sonntag morgens quälte ich mich nach einer Nacht mit nur zwei Stunden erholsamen Schlaf, aus dem Bett. Eine halbe Stunde später sagte mir die Besitzerin des Pferdes ab. Wieder ins Bett legen wollte ich mich auch nicht mehr. Also tauschte ich die Reithose gegen meine Laufsachen und Thomas kam sogar mit. Er hat jetzt nämlich ein Ziel: er möchte mit mir den Tough Mudder laufen. Ich bin gespannt…

Der Lauf gestaltete sich so: er starte viel zu schnell und blieb nach einem Kilometer stehen. Ab da lief ich in meinem Rythmus weiter, blieb wieder stehen, wartete, lief weiter. Leider brachte mich das alles derart raus und mir wurde kalt, sodass ich nach 2,5km vorschlug, er solle jetzt umdrehen. Aber er wollte nicht. Also lief ich in meinem Tempo weiter und er in seinem. Nach km 5 fand er wohl eine Abkürzung, sodass er nach 7,xkm zeitgleich mit mir (10km) zu Hause war. Ich wäre vielleicht mehr kooperativ gewesen, hätte mich der Ehrgeiz nicht so gepackt. Es lief so gut, dass ich für längere Zeit sogar eine Pace von 4:30 halten konnte und dabei richtig viel Spaß hatte. Ich will nicht wissen was für eine Zeit dabei herausgekommen wäre, wäre ich anfangs nie stehengeblieben und so viel langsamer gelaufen. So waren es 56min. Normal geht das in 48-50min. Egal, das wird wiederholt 😉

Durch die erstmals wieder ungewohnte Belastung auf Asphalt, habe ich meine Waden doch wieder ganz schön gemerkt. Das galt aber nicht als Ausrede. Etwa drei Stunden später war ich zum Biken verabredet. Schön gepflegt 22km immer hinauf auf den Berg. Mein Glück war, dass der dritte im Bunde eine längere MTB Abstinenz hinter sich hatte, sodass alles etwas langsamer ging, als wir das normalerweise handhaben. Ich war einfach nur tierisch müde und fertig. Auf den letzten beiden Kilometern wurden mir die Beine lahm und schwer. Ich kämpfte mich die fiese letzte Steigung hoch, während mir einmal sogar kurz schwarz vor Augen wurde. Oben ging es dann wieder. Unten waren wir dann wieder in ca. 40min. Zu Hause angekommen fühlte ich mich original wie nach einem Halbmarathon. Ich stand einfach nur da und wusste mal wieder nicht was ich zuerst machen sollte, um mich schnellstmöglich einfach nur entspannt hinsetzen zu können. Ich hatte so einen Hunger, dass ich gar keinen Hunger mehr hatte. Ein Glas Cola sollte es erst mal richten. Die Nacht war wieder nicht gut, ich war ständig wach und erst die letzten drei Stunden wurde ich in den komatösen Schlaf versetzt, der mir so fehlt.

Heute will ich 5 schnelle Kilometer machen und noch Krafttraining dranhängen. Im Moment geht es wieder, ich merke zwar dass ich gestern was gemacht hatte, aber es ist nicht so schlimm wie befürchtet, sodass es nahtlos weitergehen kann.

mtb run

— Jamie

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