Das Bazillenmutterschiff ist gelandet

Die letzten 7 Tage möchte ich bitte aus meinem Leben streichen. Diese Krankheitswelle die da über Wochen, wenn nicht sogar über Monate, an mir vorbei, über mich und letzten Endes durch mich hindurch rollte, scheint eine der dritten Art zu sein. Ich schreibe ganz bewusst in der Gegenwart, da ich das Ganze immer noch nach mir ziehe. Das was ich vor 2 Wochen „krank“ nannte – darüber kann ich jetzt nur noch lachen.

Mittwoch bekam ich penetrante Halsschmerzen, Kopfschmerzen und mein Denken vernebelte sich immer mehr. Donnerstag saß ich mit Husten, Paracetamol, Dobendan und ACC im Büro, ehe ich um 14 Uhr die Flucht ergriff und einen Arzt aufsuchte. Der mich natürlich erst mal auch einfach nur krank schrieb. Ich dachte über das Wochenende wieder fit zu werden, aber daraus wurde nichts. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu husten, mir war übel davon, ich war schwach und unendlich müde. Und es war kein absehbares Ende in Sicht. Ich schlief nur noch, konnte nicht lesen und auch kein TV schauen, da es mir schlicht und ergreifend zu anstrengend war. Normalerweise bin ich mit Grippesymptomen noch zum Krafttraining oder locker aufs Laufband gegangen. Ich verschwendete nicht mal ansatzweise einen Gedanken daran. Alles was ich mir dachte war, dass ich lieber sterben wollen würde, würde man mir eröffnen ich müsste mich auf ewig so fühlen. Manchmal hat man ja den Punkt, an dem man meint zu merken, dass man nun den Höhepunkt erreicht hatte und es ab da nur noch besser werden kann. Das dachte ich auch, aber dem war einfach nicht so. Am Wochenende brannte jeder Atemzug heiß in der Kehle und Fieber und Schnupfen gesellte sich dazu, sowie ein ständiger Nervenschmerz im Nacken, der mich alle fünf Sekunden zusammenzucken ließ.

Am Montag stellte ich dann fest, dass ich hunderprozentig so nicht arbeiten können würde. Ich hatte das Gefühl alles an Medikamenten versagte einfach nur. Und so saß ich wieder beim Arzt, bekam Blut abgenommen. Letzten Endes teilte man mir mit, es sei (nur) ein Virus, ich bräuchte keine Antibiotika. Schade. Ich liebe dieses Gefühl, wenn es einem dadurch plötzlich schlagartig wieder sehr viel besser geht.

Also habe ich weiter herumgelegen und wurde noch nicht mal nervös dabei. Dienstag war es dann wirklich wieder besser und Mittwoch Abend stand ich schon wieder für 6km auf dem Laufband. Nasal und am Husten bin ich zwar immer noch und auch mein Herz schlägt schneller als gewöhnlich, aber ich fühle mich weitestgehend arbeitsfähig und plane schon wieder mein Training.

Gestern konnte ich auch mein MTB aus der Werkstatt abholen – der Achter vom Unfall ist raus, Bremsscheiben sind neu und auch die Griffe – also kann der Feldberg bald wieder kommen 🙂

Es ist aber auch zum Verrückt werden: sobald ich neue Trainingsreize setze, etwas neues Einbaue, eine härtere Einheit dazwischenschiebe – passiert immer irgendwas was mir diesen Flow zerstört. Sooft wie ich zurückrudern oder sogar bei fast Null anfangen musste, könnte das einem echt die nötige Motivation ruinieren. Aber ich gebe ja die Hoffnung auf einen Sixpack und etwas weniger Körperfett weiterhin nicht auf. Das Rumliegen macht es nur leider nicht besser. Und da ich leider auch nicht jünger werde und mein Körper sofort darauf reagiert, wenn ich nicht diese Masse an Sport mache, muss ich da echt ständig gegenlenken. Ist vielleicht auch ein etwas zu hohes Ideal, wenn man gewichtstechnisch ständig an der Grenze zum Untergewicht kratzen möchte. Nur leider fühle ich mich da am wohlsten, das war schon immer so.

— Jamie

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