Neue Höhen…und Tiefen

Nachdem ich letzten Freitag endlich mal wieder 10km in 50min abspulen konnte, wagte ich mich am Samstag zu einem MTB Treffen an der Hohemark, weil ich Lust auf Neues hatte und nicht alleine fahren wollte. Ich war ca. 20 Minuten vorher da und langsam füllte sich der Bürgersteig an dem wir warteten. Ich war ganz guter Dinge. Um 14 Uhr waren wir bestimmt 20 Leute und teilten uns in zwei Gruppen auf. Worin da der Unterschied bestand, eröffnete sich mir leider nicht so ganz. Ich fragte auch nach, es wäre eigentlich ziemlich gleich, nur runter etwas ruppiger. Als mir die Protektoren an den Beinen der meisten Teilnehmer auffiel, hätte ich hellhörig sein müssen. War ich aber nicht.

Wir fuhren los, zügig, stetig – aber für mich immer noch moderat. Dickes Laub lag auf den Wegen die recht schnell in Trails mündeten, die matschig, glitschig und voller verborgenen Wurzeln und Steinen waren. Da war Konzentration und starke Beine alles. Ich fuhr meist relativ weit vorne mit und überraschte da wohl den ein oder anderen Kerl. Was mir ja grundsätzlich ganz gut gefällt. Mit mir gab es auch nur noch eine Frau die sich das antat, welche aber auch sehr sehr fit war. Das letzte Stück auf den Feldberg war das, was ich normalerweise immer als Rückweg nutzte. Fast merkwürdig, mal von der anderen Seite zu kommen, es fühlte sich direkt fremd an.

Oben angekommen machten wir kurz Pause. Vom Nebel unten war nichts mehr zu sehen. Sonne und Wärme pur. Dann hörte ich eine Diskussion darüber, welche Trails nun heruntergefahren werden würden, sollten. Müssen. Erste Sättel wurden heruntergeschraubt. Der ein oder andere legte noch ein paar Protektoren an anderen Körperstellen nach. Angst hatte ich noch immer keine. Sattel runter und los ging es. Ich möchte gar nichts weiter beschreiben, denn zufällig habe ich ein Video ergoogelt, welches genau die Trails zeigt, die wir fuhren:
–> Feldbergtrail

Die Angst wieder so schlimm zu stürzen, kochte jedoch hoch, gleichzeitig blieb ich im Matsch stecken, eckte ständig an Steine und Wurzeln. Es war mehr Stocken als Fahren. Mein Rad ist eventuell auch nicht ganz dafür gemacht. Und das ganze wurde zur Zerreißprobe. Alle mussten unten auf mich warten. Ich entschuldigte mich. Es ging immer gut los und ab der Mitte verließ mich dann der Mut, oder das MTB. Und bevor ich meine Laufkarriere wieder wegen einem dummen Sturz beenden muss gehe ich lieber von den Pedalen. Das letzte drittel vor der Hohemark verabschiedete ich mich dann auf Wegen die ich kannte und ein geringeres Verletzungsrisiko darstellten. Ich weiß nicht, ob einige froh waren. Es war auf gut deutsch echt scheiße und ich fühlte mich echt schlecht. Tauchte wieder in den Nebel ein und war froh zu Hause zu sein. In mir schrie nur alles: Blamage! Ob ich das nochmal mache, weiß ich nicht. Oder vielleicht hoch und alleine woanders wieder runter. Auch blöd, oder?

IMG-20141102-WA0004IMG-20141102-WA0006 Sonntags wollte ich eigentlich draußen laufen gehen. Hätte ich das mal lieber gemacht. Aber bei meinem Glück…wer weiß. Also sind wir in den Kletterwald, am letzten Tag der Saison. Das Wetter versprach klitschige Kletterfreuden. Es war kalt, alles war klamm und ich war froh, dass wir loslegen konnten. Es war glücklicherweise nicht so viel los, sodass wir ganz gut durchkamen. Jedoch waren alle Klettersteige extrem rutschig und ich war mehr ver- als entspannt. Und es kostete mich eine riesen Überwindung zum Abseilen ins Nichts zu springen, zumal mir die Haken nicht gerade sicher vorkamen, da sie nur mit Nachdrücken richtig schlossen und durch sehr leichtes Drücken sofort öffneten. Nach 2 Stunden waren wir auf dem letzten Parcour beim vorletzten „Hindernis“ angekommen: eine große Lücke die man mit Anlauf in 10 oder mehr Metern Höhe überspringen musste. Diesmal wollte ich nicht so lange damit hadern und rannte los. Sprang. Und Sprang mit dem Schienbein und einer Menge Schwung direkt gegen die Holzkante der anderen Seite. Lag auf dem Bauch auf den feuchten Holzplatten während mir die Tränen in die Augen schossen. Der Schmerz war vergleichbar mit dem des Beckenbruchs nur leider hielt er noch viel länger an, sodass ich nicht fähig war mich zu bewegen oder klar zu denken. Und so lag ich da zehn Minuten bis ich aufstehen und zum letzten Abseilen humpeln konnte. Ich wusste nicht wie ich mich an der Wand am Ende abfangen sollte, aber es blieb ja nichts anderes übrig. Ich kam mit dem linken Fuß auf, aber konnte nicht schnell genug nach dem Seil greifen, um mich auf das Podest am nächsten Baum zu ziehen, sodass ich rückwärts wieder die Hälfte der Strecke zurück rutschte und mich dann per Hand wieder zum Podest ziehen musste. Mein Schienbein glänzt jetzt in den schrillsten Farben, die Haut ist offen und es ist so sehr geschwollen, dass ich keinerlei Druck darauf vertrage. Wie das heute Abend beim Laufen werden soll ist mir noch ein Rätsel…

— Jamie

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