Just killing

Etwas verkracht war die letzte Laufwoche für mich. Ich war zwar nach der osteopathischen Behandlung nicht mehr so schlagmüde wie das erste Mal, dafür hatte ich immense Schmerzen am ganzen Körper. Dass ich einen Tag darauf abends wieder ins Training gerannt bin, war wohl einfach zu früh. Vom Knöchel bis in den Rücken gab es fiese pulsierende Schmerzen bei jedem Schritt, sodass ich nach 4km abbrechen musste. Ich scheine immer mehr in eine gerade Position gerückt zu werden und da ist der ein oder andere Muskel mehr als beleidigt, vor allem bei Belastung.

Das Ganze ist mittlerweile so, als wäre ich ein Laufanfänger der seine Beine erst an die Belastung gewöhnen muss. Schon nach wenigen Kilometern habe ich quasi Überlastungserscheinungen im Schienbein und Knöchel. Dazu immer wieder Rückenschmerzen. Der Schmerz am inneren oberen Oberschenkel verblasst langsam, zumindest im Alltag. Beim Laufen ist das mal so mal so.

Also habe ich am Mittwoch mal wieder ausgesetzt. Donnerstag waren dann knapp 11km in 51min drin. Freitag musste ich meine Karriere schon nach 5km wieder beenden.

Samstag brach dann der Frühling aus und da ich laut Wetterberichten wusste, dass sich der Sonntag ins Gegenteil verkehren würde, sattelte ich Mojo, um in einer Rekordzeit von 1Std36min auf dem Feldberg zu landen. Ganz oben war der Schnee verschwunden, zwischendrin waren mal 10 Meter bedeckt, aber das war ok. Ich fuhr das erste Mal wieder die Trails hoch, musste mich dazu jedoch echt motivieren. Wenn man alleine ist, wird man irgendwie zu schnell bequem. Vielleicht muss ich auch einfach wieder vertrauen aufbauen. Und das lohnte sich, denn Mojo machte seine Sache toll, sodass ich mit viel weniger Anstrengung hoch kam als ich es gewohnt war.

feldbergIMG_20150328_111649391Ganz oben begrüßte mich strahlender Sonnenschein und ein weiter Blick über den Taunus. Ich lehnte Mojo an eine Bank und musste erst mal Bilder machen. Der Anblick so ganz ohne Schnee war schon ein ungewohnter. Das Beitragsbild ziert nun übrigens meinen Firmendesktop, sowie mein Smartphone. Auch dort ist der Schnee gewichen 😉

Es waren einige Spaziergänger unterwegs und auch viele Kinder. Während ich da so stand und um mich herum fotografierte, tauchte hinter mir ein weiterer Biker auf der sogleich Mojo bewunderte. Wir kamen ins Gespräch und beschlossen gemeinsam wieder runter zu fahren. Da ich mir sowieso nicht schlüssig war, auf welchem Weg ich zurück zur Hohemark wollte, kam mir das gerade recht. Das Ganze wurde eine recht trailige Angelegenheit. Was eigentlich echt gut ist, denn dann komme ich aus meiner Komfortzone und traue mich mal wieder was. Denn seit meinem Unfall bin ich was steinige und wurzelige Abfahrten angeht, echt ein Angsthase geworden. Ich warnte meinen Begleiter gleich schon mal vor, der dann öfters am Ende des Trails auf mich warten musste. Im Gegensatz zu mir waren ihm diese Wege vertraut. Teilweise stieg ich ab, ich wollte nichts riskieren und hatte schon zu Fuß Schwierigkeiten mir einen Pfad zu suchen. Anstatt nur runter zu fahren, entschieden wir uns den Altkönig noch mitzunehmen, der für seine steinigen Trails mehr als bekannt ist.

altkoenig2altkoenigIMG_20150328_115956279Hoch war das schon herausfordernd, aber machte auch Spaß und ich merkte dass ich fitter war, als ich annahm. Runter war es dann jedoch stellenweise echt heikel und es lagen auch der ein oder andere Baumstamm quer über dem Weg, sodass es wieder zu biking&hiking kam. Trotz allem muss ich sagen, dass es ganz langsam immer besser wird und ich wieder mutiger werde, was kleine Hüpfer durch mini Pipes im Waldboden betrifft und Treppen aus Wurzeln oder Steinen. Mit Mojo ist das möglich und irgendwann wird daraus vielleicht auch mal ein Fluss werden. Ich glaube mein größtes Problem ist die Konzentration, die merklich nach einer Stunde nachlässt. Und dann wird es gefährlich. Beim Autofahren habe ich sowas nicht, da fahre ich gerne sehr schnell und zackig, aber kann auch über Stunden dafür die volle Konzentration aufbringen und entsprechend schnell reagieren – noch bevor ich groß überlegen kann. Vielleicht ist das einfach alles eine Sache der Übung und Gefühl. Wenn ich mich sicher fühle, kann ich stehend runterfahren und die Hindernisse mit den Armen abfedern. Wenn ich aber gar nicht weiß wie ich weiterkommen soll, dann hilft mir die Technik nicht mehr viel. Spätestens dann als wir mitten im Wald an eine Stelle kamen wo ein Trail sozusagen „herunterkreiselte“, welcher extrem schmal war und zur linken Seite keine Begrenzung hatte, es ging einfach steil die Böschung runter. Letzten Endes stieg ich ab und schob Mojo schräg hoch am Hang herunter, sonst hätte ich keinen Platz mehr für meine Füße gehabt. Danach kam ein Flowtrail und da entspannte ich mich wieder etwas.

Dank der kleinen und größeren Umwege kam ich letztendlich auf knapp 1000HM und 38km. Ich gelobte Besserung bei meiner bikenden Begleitung und wir entschieden auch in Zukunft mal wieder zusammen zu fahren. Auch er ist von der Fraktion der Leute, die sich gerne die Berge hochquälen und nicht nur auf Downhill aus sind. Und aus diesem Grund hocherfreut, dass ich die Steigungen gut meisterte.

Sonntag dann die gefürchtete Zeitumstellung. Mein Körper war an dem Punkt angelangt, an dem er nur noch: „Nä“ von sich gab. Ich war dauermüde, schlief erstmal 11 Stunden und vergammelte den Tag auf der Couch. Natürlich nicht ohne immer wieder vom Koma überwältigt zu werden. Die Schmerzen gingen, wurden auch besser. Es zieht und pulsiert halt immer mal wieder an allen möglichen Bereichen. Ich glaube den Tag gar nichts tun habe ich gebraucht. Mal gucken wie es heute Abend im Training aussieht. Denn wenn ich nicht bald wieder mächtig bin auch Intervalle zu laufen, dann kann ich die zwei Wettkämpfe in 3-4 Wochen knicken.

— Jamie

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3 Gedanken zu “Just killing

    1. Ja bin auch ganz happy, dass es dort so schön ist, denn das wusste ich noch nicht als ich hierher zog 🙂 Gibt auch jedes Jahr einen Feldberglauf 10km aber dann auch 900HM, Irgendwann wenn mein Körper nicht mehr zwackt, werde ich wieder auf die Bahn und Bergläufe angehen 🙂

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