Alles was geht

Naja, fast alles 😉 Die letzten sechs Tage habe ich wieder angezogen, Der Schmerz im Hüftbeuger(?) ist zwar immer noch da aber er wird nicht viel schlimmer und verschwindet während Belastung wieder ein wenig. Trotz den Feiertagen und dem geschlossenen Fitnessstudio machte ich einfach weiter. Wer nicht wagt der nicht gewinnt. Heute ist der sechste Tag in Folge und wahrscheinlich der, der die meisten Trainingsreize setzen wird.

Kurzer Rückblick: Montag Temporun (10k, 45min) Donnerstag 10k DL, Freitag 42k biken mit Mojo, Samstag 10k DL im Feld mit 200HM, Sonntag 37k biken und Montag mein persönlicher Höhepunkt: knapp 19k durchs Feld und zwar alleine. Zur Not hätte ich wohl auf dem Bauch nach Hause rutschen müssen 😉

Das Biken war immer so lala. Mal war es noch extrem kalt und auch der Schnee war plötzlich wieder da und das geht mir mittlerweile echt tierisch auf die Nerven. Ich mag nicht mehr. Ich mag einfach fahren und die Anstrengung fokussieren und nicht noch zusätzlich besonders vorsichtig fahren zu müssen, um nicht blöd wegzurutschen. Auch die kupfergeschmierten Sinter-Bremsbeläge haben sich wohl wieder entkupfern und hupen feucht-fröhlich vor sich hin. Ich möchte jetzt auf Kool Stop oder Trick Stuff umsteigen, die sind organisch. Mein Unterbewusstsein findet nämlich, dass laute Bremsen die Bremsleistung beeinträchtigen. Entsprechend fahre ich dann auch die Abfahrten. Keine Ahnung wie ich jemals mal härtere Trails meistern soll, mir wird schon bei der normalen Abfahrt irgendwann schwindelig, bzw schummrig im Kopf. Und ich frage mich warum das so ist – das provoziert ja Stürze geradezu. Ich fühle mich dann nicht sicher. Und das macht mich wiederum traurig, es frustriert mich regelrecht, denn ich will das unbedingt. Ich will nicht so enden wie die die mit Profiausrüstung oben auf dem Feldberg stehen, aber die Hälfte schieben mussten und auch sonst nicht mal wissen was ein Trail ist. Irgendwie muss ich das lernen, alleine fehlt mir momentan die Motivation. Mit anderen ist mir das aber auch unangenehm, weil ich dann alle aufhalte. Die guten Phasen die ich mit Mojo habe, die sind zu wenig.

Gestern war wie gesagt der Longrun angesagt, obwohl ich mir davor noch nicht so sicher war, ob das etwas werden würde. Probieren geht über zu viel nachdenken. Also los. Mit 5min pro Km gestartet und dann ging es auch ab der Mitte darunter. Nach 11km hatte ich dann plötzlich etwas stechendere Schmerzen und ich legte mich auf die nächste Bank um nochmal nachzudehnen. Stehen bleiben war an sich eine blöde Idee, da es danach erstmal immer am meisten weh tat. Grundsätzlich merke ich diesen Zug/Schmerz bei jedem Schritt, aber es beruhigt sich jedes Mal wieder. Das vermasselt natürlich einen Flow der mal länger als einen Kilometer anhält. Schade aber auch. Nunja, besser laufen als gar nicht laufen (können). Ich überholte einige Spaziergänger, sammelte ein paar Jogger ein, kämpfte gegen Wind und Hügel und vor den letzten 2km kam ein netter Herr dahergeradelt der mich kurz ein Stück meines Weges begleitete, was mir dann nochmal einen Schub gab, als er sagte ich sei ja ganz schön flott unterwegs 🙂 Nach 1:36h war ich dann wieder zu Hause, das ging auch mal besser, aber gut ich will ja nicht jammern 😀

IMG_20150407_112137098Heute dann der Superhero-Tag: biken am Morgen und ich war fitter als jemals zuvor, da habe ich mich direkt mal selbst überrascht. 16km nur bergauf einen Schnitt von 14-15km/h zu halten fühlt sich meiner Meinung nach recht gut an 😀 Leider ist dann die Garmin ausgestiegen, hatte sie vergessen wieder aufzuladen. Aber bis auf meine Herzfrequenz kenne ich ja die Strecke sehr gut. Ich dachte eigentlich, dass ich die letzten 250m ohne Schnee und Eis durchfahren kann, aber nach 150m war mal wieder Schluss.

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IMG_20150407_123223081Ich schob und konnte meinen Fuß immer an getaute mini-Stellen setzen. Als die Steigung dann die 20 Prozent überschritt sah ich auch keine schneefreien Stellen mehr und ich merkte, ein Schritt und ich würde mit Mojo rückwärts den Berg runterfallen. Also setzte ich mich gleich hin und nahm den armen Mojo quasi als Anker bis wir wieder festen Grund erreichten. Oben war es so sagenhaft schön, dass ich mich auf die Felsen setzte, direkt in den Sonnenschein und es sogar ohne Jacke nicht kalt wurde. Runter war es wieder so lala, mit Schwindel und daraus resultierenden Unsicherheiten. Kurz bevor ich den Wald wieder verließ sah ich eine Kinderschar mitten im Gestrüpp stehen und laut im Chor irgendwas rufen. 300 Meter weiter wieder Kinder und ein paar Erwachsene, quer über den Weg verteilt. Ich finde es immer wieder faszinierend, dass die meisten Leute es erst merken dass ein Biker anwesend ist, wenn man 2cm vor ihnen steht, selbst wenn man langsam herangefahren ist, die Bremsen singen und man mehrmals „Achtung von links“ gerufen hat… Zwei farbige Kinder hatten sich in der Mangel und ein kleinerer Junge stand daneben, zeigte auf einen von den beiden und brüllte mich an: „Fahrerin, lass ihn verrecken!“. Bestimmt nicht älter als 8 gewesen. Die Erwachsenen ignorierten das, ist ja schließlich alles normal heutzutage und es gibt ja noch viel schlimmeres. Ich konnte Mojo gerade noch so parieren, denn sonst hätte er wohl die Petze einfach umgefahren.

IMG_20150407_193824779Zu Hause eine Runde Mittagsschlaf, und dann um 18h wieder ins Training. 5k laufen (leider mit mehr Schmerzen) und 45min Freihantel, Sixpack Training mit Gewichten und Pushups. Ich habe es gerade noch so ins Auto geschafft, aber es war wirklich knapp 😉

Mal sehen wie es morgen weitergeht. Ob überhaupt noch was geht. Am Donnerstag geht es für 3 Tage in den Schwarzwald zu meiner Mutter – vielleicht kann ich da läuferisch auch noch was leisten. So wie das letzte Mal, das war schon echt schön.

— Jamie

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2 Gedanken zu “Alles was geht

  1. Du gibst es dir gerade schon ziemlich dolle. Und das trotz der Schmerzen. Ob ich das so gut finden soll weiß ich nicht. Vielleicht wäre mal ein, zwei Ruhewochen das richtige für dich!

    1. Ja da könntest du schon recht haben, aber ich scheine das ganz gut wegzustecken, vor allem weil ich nicht mehr jeden Tag laufe, sondern das mit dem Biken abwechsele. Die Schmerzen sind ja mittlerweile durch die Osteopathie besser und werden auch nicht schlimmer, sind meistens nur dumpf vorhanden. Nach dem ersten Termin bin ich eine Woche gar nicht gelaufen und habe danach langsam wieder angefangen und mache halt das was geht. Manchmal ist es nach der Belastung sogar noch besser – bei so gar nichts machen habe ich das Gefühl einzurosten. Ist eine Gradwanderung und ich gebe zu da gerade meine Grenzen auszuloten 😉

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