Einmal gemischte Gefühle bitte

Montag. Der Tag des Tempolaufs, zumindest für mich. Der Hüftbeuger ist immer noch aktiv. Ich jedoch mindestens genau so. Noch traue ich mich nicht auf die Bahn damit, einfach gesagt aus Angst. Also ins Fitnessstudio und aufs Laufband, testen was so geht. Vom Gefühl her ging ziemlich viel, ich wusste, dass ich die Geschwindigkeit nun dauerhaft wieder ein Stück erhöhen könnte, sodass meine Garmin mir in nicht allzu ferner Zukunft auf 10km eine 4:17 pro Kilometer anzeigt. Irgendwann.

An diesem Abend erhöhte ich von 4:37 auf 4:33. Ist jetzt nicht wirklich die Welt, aber so zum Ende hin merkt man es schon. Und meine Hüfte merkte es leider auch, sodass ich nach 8km abbrechen musste und mich dem Krafttraining widmete. Ich hatte dann noch eine nette Unterhaltung die beinhaltete, ich solle doch für den Verein laufen und könne auch zum Training auf die Bahn kommen. Na das Angebot nehme ich doch gerne an 🙂 In der Nacht dann widerum echt widerliche Schmerzen und die Frustration kochte wieder hoch.

Dienstag Vormittag fühlte es sich auch nicht gerade toll an. Zum Abend wurde es dann aber viel besser. Ich fuhr mit Mojo ins Studio und plante einen Dauerlauf. Die ersten 500 Meter waren solche abartigen Schmerzen, dass ich dachte ich muss abbrechen, wenn es nicht wieder besser wird. Komischerweise wurde es besser, ganz langsam, bis der Schmerz fast ganz weg war. So locker bin ich 10k noch nie gelaufen und den letzten Kilometer konnte ich sogar noch mit 4:00 sprinten, sodass ich nach 49min wieder Krafttraining anschließen konnte. Das erste Mal dass Garmin sich irrte, als es mir mitteilte ich wäre nur ausreichend erholt. Das könnte aber auch damit zusammenhängen, dass die Uhr in letzter Zeit auf dem Laufband immer ungenauer wird und so annimmt, dass ich bei weitaus weniger Geschwindigkeit eine höhere Herzfrequenz habe als gewöhnlich.

Durch das ganze Training und die neuen Reize die ich gesetzt habe, kann ich immer mehr beobachten, wie die Herzfrequenz bei Belastung niedriger wird. Es sind nun in etwa 10 Schläge weniger. Das weiß ich deshalb so genau, weil es bspw. beim Biken gewisse Berge gibt, bei denen mein Herz dann auch schon mal auf 180 war und jetzt eben nur noch knapp bei 170. Interessant wäre es nun auch, inwieweit das meinen Ruhepuls gesenkt hat. Im Stehen vor der Belastung um die 52. Müsste eigentlich mal mit Brustgurt schlafen, um das dann am Morgen ganz genau wissen zu können, aber ist auch unangenehm. Und bis ich dann die Uhr dazu angemacht habe, habe ich mich auch schon wieder zuviel aufgeregt. Das ist bei mir sowieso sonderbar, sobald ich generell drauf schaue, erhöht sich der Herzschlag. Bin da irgendwie etwas empfindlich oder so 😀

Gestern habe ich mich mit zwei Bikern der Konkurrenz-Firma getroffen und wir sind für eine schnelle Hausrunde auf den Feldberg. Eine wirklich schnelle Runde. Da auch ein E-Bike vertreten war, musste ich ganz schön reintreten und eigentlich hatte ich die Tour als Regeneration vorgesehen. Meine Beine waren so schwer, dass ich die Gemeinschaft und das schöne Wetter gar nicht mal so sehr genießen konnte. Zu allem Überfluss bekam ich Seitenstechen. SEITENSTECHEN. Ich kann mich nicht mal mehr erinnern, wann ich das das letzte Mal gehabt haben soll. Dass Garmin nicht über die Erholung meiner Beine Bescheid wusste, merkte ich spätestens dann als es mir „Erholung gut“ ausgab. Darüber hinaus habe ich immer mehr das Gefühl, dass die Uhr Laufen und Biken nicht matcht, bzw. die Vo2max nur für das Laufen ausgibt und quasi so tut, als würde das Biken gar nichts zur Sache tun. Das hat mich sogar einen Punkt gekostet, so kurz vor dem Wert der 50…

11160591_865977766774940_695306825089601330_nZum meinem Glück hatte sich der Kandidat ohne E-Bike gehörig in der Strecke verschätzt, sodass ich ihn auf den letzten Kilometern schön konstant von hinten wieder einsammeln konnte, bevor er am letzten Berg dann schob 😉 Oben angekommen gab es für jeden gleisende Abendsonne und weiche Lichter. Ich liebe diese Stimmung.

11138148_865977746774942_5259322306753811884_nDas Publikum war an diesem Abend irgendwie interessant bis witzig. Typen in Anzügen stiefelten durch das Felsenmeer und dann stand da noch eine ganze Schar sächsischer Arbeiter im Blaumann die es nicht fassen konnten, dass es auch weibliche Individuen gibt, die bikenderweise den Feldberg erklimmen.

Wir machten noch ein paar Bilder und präparierten uns dann für die Abfahrt. Bzw. ich präparierte mich, der Rest zog das Frieren vor. 15km Abfahrt kann schon recht frisch werden, aber das lehrt einen früher oder später die Erfahrung. Diesmal stellte ich den Sattel gleich etwas runter und ich hatte mich bereits schon zwei Tage im Voraus mental darauf vorbereitet, die Dinge downhill anders anzugehen, um endlich sicherer zu werden.

IMG_20150422_190518266Noch bevor mein Kopf mir wieder eine Predigt halten konnte oder mein Hinterteil den Sattel auch nur berührte, stellte ich mich gleich hin und fuhr den miesen steilen Schottertrail dosiert, aber eben stehend (!!) herunter. Es ist nicht so, dass ich nie im Wiegetritt fahre, aber ich habe es immer dann vernachlässigt, wenn es taktisch klüger gewesen wäre. Nur konnte ich das meinem Kopf nie erklären, dass es viel (stil)sicherer ist, wenn man schwierige Passagen stehend fährt. Und vor allem Schotter stehend fährt. Die Runde war perfekt dafür, denn ich kenne sie in und auswendig, viele Überraschungen kamen da also nicht. Das Hinterrad konnte also machen was es wollte und es war viel flüssiger und ich war insgesamt deutlich schneller. Ja und wer hätte das gedacht, ich hatte das erste Mal wieder sowas wie Spaß dabei. 2:17h für 37km und davon nur 30min für die Abfahrt. Ich hoffe das lässt sich mal wieder wiederholen und es hat endlich mal etwas Klick bei mir gemacht.

Heute Abend würde ich gerne Intervalle laufen, sofern meine Hüfte das zulässt. Das Ganze bremst mich mental immer etwas aus und beschert mir eine Tüte gemischter Gefühle vor jedem Lauf. Der Schmerz ist ständig anders, aber viel punktueller als noch am Anfang. Mal im Kreuzbein, Schambein, Steißbein, Leiste, Rücken, Oberschenkel – innen und auch außen. Mal im Alltag, mal auf dem MTB, mal nur beim Laufen oder nur am Berg, während des Laufens, am Ende oder auch kurz davor. Nervtötend. Es scheint sich durch nichts nennenswert beeinflussen zu lassen.

Am Samstag ist diesmal keine Monstertour mit dem Bike geplant, anspruchsvoll wird es wahrscheinlich dennoch. Vielleicht lege ich morgen den Ruhetag ein, mal schauen wie es mir dann geht.

— Jamie

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