Paingames are opened

IMG_20150428_194220751Ich berichte dann einfach mal nahtlos weiter: wie angekündigt habe ich den Freitag zum Ruhetag der Woche erkoren und es mal gut sein lassen. Das war dann auch die richtige Entscheidung, denn am Samstag ging es um kurz nach 9 an die Hohemark und zu dritt ging es nach einem überpünktlichen Aufeinandertreffen schnurstracks hoch auf den Feldberg – bei einsetzendem Regen und sehr feuchtem Klima. Um auch auf dieser eher unspektakulären Strecke noch alles mitzunehmen was geht, erklommen wir vorher noch den steinigen felsbröckeligen Altkönig um über Singletrails wieder auf die Spur des Feldbergs zu kommen. Der Dritte im Bunde war leider konditionell nicht ganz so gut gestellt, sodass wir den letzten heftigen Anstieg in einer Schleife anfuhren, um alles etwas milder zu gestalten. Oben begrüßte uns Wind und peitschender Regen. Also nichts wie runter. Ab der Mitte wurde es dann plötzlich wieder sonnig und wir wollten den Herzberg noch mitnehmen, welchen wir über ein paar Trails erreichten. Einige von diesen kannte ich bereits und ich kann sie schon etwas lockerer fahren, sofern es nicht abartig steil wird. Als wir uns dann kurz vor der letzten Steigung auf einem durchgeweichten Wiesen-Acker-Trail befanden, drehten wir nach der Hälfte wieder um, denn ein Team ist nun mal leider nur so stark wie der schwächste im Bunde. Ich war an diesem Tag glücklicherweise echt gut drauf, keine Spur von schweren Beinen und konnte an den Anstiegen richtig anziehen. Der Regenerationstag zuvor hatte wahre Wunder gewirkt.

Um kurz nach 12h waren wir wieder am Ausgangspunkt hatten gute 1000HM gemacht. Uns juckte es zwar noch immer etwas in den Beinen (ok zumindest zwei von drei 😉 ) aber man muss es ja nicht jedes Mal übertreiben. Sagen wir es so, zum Abend hin war ich in einem wohligen Zustand der moderaten Auslastung.

Sonntag. Da war ich fast ungehalten, wusste nicht so recht was ich tun sollte. Bzw. wusste es eigentlich schon: laufen. 10km. Oder 19km. Im Hintergrund der zeternde Hüftbeuger. Ich wartete noch bis 11 Uhr, um den Regen zu entgehen und erwischte tatsächlich das einzige regenfreie Zeitfenster des Tages, bis sich das Portal wieder schloss. Wie sooft: alle negativen Gefühle und Phantomschmerzen ausblenden, loslaufen. Die ersten 500m waren nicht ganz so schmerzhaft wie sonst, sodass ich recht schnell auf mein gewohntes Tempo kam. Da meine Laufstrecke sofort mit Anstiegen startet, kostet das eigentlich jedes Mal besondere Überwindung. Dieses Mal steckte ich es aber viel lockerer weg und ich kam beschwingt über die Hügel. Konditionell und atmungstechnisch war ich an diesem Tag echt richtig gut gestellt, sodass ich hätte viel schneller laufen können. Hätte. Thema Hüftbeuger oder Thema Ausstrahlung in den Oberschenkel, schmerzhaft, blockierend. Anstrengend. Das nahm mir den Speed. Es ging nicht mehr schneller als 4:40 und als dann die letzten ekelhaften 3km mit leichtem Anstieg kamen, pendelte es sich dann auch wieder auf eine 5er Pace ein. Der einzige Trost war, dass mir auf diesem Stück eine Menge Läufer entgegenkamen und sogar einen denen ich gekonnt von hinten einsammeln durfte. Von dem ich dachte er hätte meine Geschwindigkeit und der so schnaufte, dass er nicht mal mehr grüßen konnte 😀 Tja, und als ich dann (endlich) die 10km voll hatte, lief ich die erste Schleife: einmal bergab und dann sofort wieder steil bergauf. Und nach diesen 1-2km dachte ich mir, dann packst du den Rest halt auch noch (irgendwie). Der Schmerz war echt penetrant. Aber ich war sauer. Und hatte eigentlich enorm viel Kraft an diesem Tag. Und wenn ich mal besonders gut im Ausblenden war, dann erlebte ich immer mal wieder einen Flow der sich gewaschen hatte.

Leider hatten sich die letzten 5km auch gewaschen. Ich hatte das Gefühl es hätte jemand die Handbremse angezogen und mein Bein in einen Schraubstock gespannt. Also rannte ich noch die Brücke hinauf, um mich dann direkt über der Autobahn einer Stretchingsession hinzugeben. Es fühlte sich an als wäre alles um mindestens fünf Centimeter verkürzt. Dann eierte ich weiter, bis mein Bein wieder gewillt war etwas mehr Fahrt aufzunehmen. Das Ganze wiederholte ich noch zwei Mal, auf einer Parkbank und einmal mitten auf dem Weg. Sonst wäre ich wohl nicht mehr nach Hause gekommen. Zuschauer gab es zum Glück keine. Teilweise war ich an dem Punkt, an dem es mir eine Genugtuung gewesen wäre mich von einem Traktor überfahren zu lassen. Ich traf ingesamt vier Mal die gleichen Radfahrer und drei Mal die gleichen Walker/Jogger, die anscheinend immer noch nicht viel weiter gekommen waren, den ich renne die Strecke von der einen zur anderen Seite und eine Schleife ist auch dabei und da trifft man schon mal die gleichen Gestalten mehrmals. Auf den wirklich letzten 2km am letzten echten Berg wurde ich dann hinterrücks von einem Dackel-Terrier-Mischling „angefallen“. Dieser war noch ganz jung und fand das witzig wie ich da lief, mit dem Kopf mental schon vor der Haustür, sodass er mir zwischen die Beine lief, mich zum Stoppen zwang und wie verrückt an mir hochsprang, um spielerisch in meine Hand zu beißen. Glücklicherweise bin ich was Hunde angeht, relativ schmerzbefreit. Ich packte den kleinen Kerl in ähnlich spielerischer Manier und beförderte ihn einen Meter von mir weg, an den Wegesrand und lief weiter.

Bis zur Haustür war es ein elendiger Krampf, fast im wahrsten Sinne des Wortes. Nach 1:37h war das Leid beendet. Das erste was ich tat: ich warf eine Schmerztablette ein, um Schlimmeres zu vermeiden. Der Oberschenkel fühlte sich an wie ein zu fest gezurrtes Päckchen und das wurde leider erst am Abend etwas besser. War mir aber fast egal, denn ich hatte es ja geschafft.

IMG_20150428_194205909_HDRNachts hatte ich dann nochmal Spaß beim Umdrehen und Bewegen. Montags wurde es dann zum Nachmittag hin plötzlich wieder gut. Ich war zwar noch etwas müde, aber fand die Überwindung bei Platzregen ins Studio zu fahren. Laufband: erschreckend gut. Noch weniger Schmerzen beim Einlaufen. Daraus wurde ein locker flockiger Dauerlauf mit 5min/km und die letzten 1,5km lief ich mit 4 ohne danach an Schnappatmung zu leiden. Dann noch schön die Bauchmuskeln gequält, Hanteln gestemmt und ich hatte mir mein Abendessen verdient.

IMG_20150428_194216099-EFFECTSGestern dann im Regen schnell Afterwork den Feldberg hoch. Mit richtig müden und schweren Beinen. War auch direkt mal 5min langsamer als gewöhnlich und oh man was war ich froh als ich oben war. Das Licht und die Stimmung waren gigantisch, aber es war auch sehr kalt und windig. Runter bin ich erst sehr verhalten gefahren, später hat es dann nochmal etwas mehr Klick gemacht in puncto Downhill und stehend fahren. Mühsam ernährt sich das Bikehörnchen.

IMG_20150423_204422Langsam aber stetig nimmt mein Körper die steigende Intensität und die Umfänge an und passt sich auch optisch daran an. Ich konnte in den letzten zwei Monaten mein Körperfett nochmal reduzieren, sodass langsam (ganz langsam) aber sicher die Bauchmuskeln immer mehr durchkommen, sogar die schrägen. Das ist nicht nur dem Training geschuldet, sondern auch der Tatsache dass ich morgens nur noch Whey oder andere Proteine zu mir nehme. Das hat so ein bisschen den Kick für die Definition gegeben und auch die Waage zeigt weniger an, wenngleich es zunächst Muskelzuwachs gab, die ja eigentlich schwerer sind. Darüber hinaus mache ich alle Bauchübungen nur noch mit Gewichten, beinahe am Maximum, sodass höchstens nur noch 20 Wdh. drin sind. Kurz, aber effektiv. Ich finde in Natura sieht man viel mehr, aber für den Zwischenstand reicht auch ein Foto. Ich habe mich da sehr entschleunigt und baue mir lieber langsam etwas auf, was dann aber auch eher von bleibender Natur ist, als schnelle und heftige Erfolge. Das muss irgendwo mit dem Leben noch vereinbar bleiben. Im Moment freue ich mich einfach nur, dass ich den KFA mal hier mal da immer weiter senken kann. Laut Caliper sind es nämlich nur noch 12%. Und das obwohl ich öfter mal abends Kohlenhydrat-Orgien feiere 😀

— Jamie

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