Equipment, Aussetzer & Aufholen

Nach der Stoppomat Challenge letzte Woche Donnerstag hatte ich am Tag darauf pausiert, obwohl ich eigentlich schon Lust hatte am Abend nochmal aktiv zu werden. Stattdessen tat ich andere Dinge die unbedingt passieren mussten. Arbeiten zum Beispiel. Ja ne ist klar. Und direkt im Anschluss fuhr ich freiwillig zur Folter namens Triggerpunkt-Behandlung. Denn das was sich da zeitlebens im Oberschenkel abspielte, war mit dem Leben einfach nicht mehr vereinbar. Ich hatte lange gewartet, zu lange – mal wieder. Osteopathie alleine kann sowas eben nicht richten, solange das nichts mit Schiefstand o.ä. zu tun hat. Verklebte und harte Muskeln gehören da einfach nicht dazu. Dementsprechend war das Leiden groß: eine Stunde lang, Millimeter für Millimeter. Und das bei über 30 Grad. Nur Sterben ist schöner. Aber ich weiß ja wofür.

Etwas erschlagen machte ich mich dann wieder auf den Heimweg und stelle zu meiner Freude fest, dass Thomas schon dabei war den Grill anzuheizen. So ließ sich der Abend noch relativ entspannt draußen auf der Terrasse verbringen 🙂

IMG-20150605-WA0001Zudem ist an diesem Tag endlich ein neues wichtiges Teil zur Vervollständigung meines Equipments eingetroffen: ein Trinkrucksack von dakine. Den hätte ich zwar gerne schon einen Tag vorher gehabt, aber so war das auch noch okay. 2 Liter Trinkblase, klein leicht und optisch passend zu Mojo.

IMG_20150610_114030387Samstag morgens fuhr ich dann schnell mal den Feldberg hoch, wollte eigentlich eine neue Bestzeit daraus machen. Schon am Anfang war mein Puls ungewöhnlich hoch und dank dem Regen in der Nacht war es merkwürdig schwül. Noch bevor es richtig hoch ging, lag ein riesen Baum quer über dem Weg. Darüber steigen oder klettern war unmöglich. Also musste ich mit Mojo irgendwie den Hang an der Seite hoch und wieder runter. Und das dauerte. Und versaute mir natürlich die Zeit total. Ich hatte aber auch nicht wirklich Spaß, da ich mehr mit Atmen als mit Treten zu tun hatte und mir selbst gegenüber in Erklärungsnot, in Anbetracht meiner Verfassung, geriet.

Der Rucksack leistete brav seine Dienste, selbst meine Jacke bekam ich noch dort hinein. Es war für mich nur sehr gewöhnungsbedürftig auf das Mundstück zu beißen und dann das Wasser zu ziehen. Kam mir direkt riesig vor, aber das hat sich mittlerweile zum Glück wieder gegeben.

Oben angekommen standen 55 Minuten auf der Uhr. Viel zu lange. Und ich wollte bei diesem Mal unter die 50 kommen – sowas von Pustekuchen. Leicht geknickt trat ich den Rückweg an. Um den Baum zu umgehen, fuhr ich diesmal ab dem Fuchstanz eine andere Abzweigung herunter und machte noch einen leichten Umweg, bei dem es mir vorkam als würde ich immer noch gegen Windmühlen treten. Auch zu Hause fühlte ich mich nicht mehr besser, so richtig ausgelaugt. Zum Abend hin kamen dann leichte Halsschmerzen dazu. Nachts war ich im Koma und als ich morgens aufwachte, war ich krank. Doch wie ferngesteuert stand ich zunächst auf, um mich für die geplante Biketour mit Gunnar umzuziehen. Als ich jedoch merkte wie sehr mein Herz raste und dass ich kaum schlucken konnte, sagte ich ab und legte mich wieder ins Bett.

Ab da begann das große Dahinsiechen. Ganz langsam entwickelte sich dazu noch ein lästiger Schnupfen und eigentlich war ich nur noch mit Schlafen beschäftigt. Ich konnte noch eine Nachricht absetzen, dass ich es wohl Montag nicht ins Büro schaffen würde. Ich glaubte wirklich, dass mir dieser eine Tag entsprechende Regeneration bringen würde. Weit gefehlt. Am Montag war ich immer noch am Schlafen. Mein Rhythmus sah in etwa so aus: zwei Stunden schlafen, zehn Minuten wach. Zum Glück war es nicht mehr so elend heiß.

Am Dienstag morgen schaffte ich es irgendwie im Delirium zum Arzt, der mich direkt bis einschließlich Donnerstag krank schrieb. Sofort wieder ins Bett, denn da war ich ja schon so lange nicht mehr gewesen 😉 Irgendwann kam der Punkt, da hatte ich jegliches Zeitgefühl verloren. Am Abend ging es mir dann ruckartig plötzlich wieder ein ganzes Stück besser, sodass ich meine Umwelt wieder wahrnahm und mir Gedanken um Gott und die Welt machen konnte. Am Dienstag blieb das so und ich sinnierte darüber wie viel meine Regungslosigkeit an Kondition und Muskeln geknabbert haben könnte. Am Abend wusste ich, noch einmal richtig gut schlafen und es würde kein Halten mehr geben. Die Nervosität war zurückgekehrt. Leider auch die Unvernunft.

IMG_20150610_101348986Eine kleine regenerative 36k Runde auf den Feldberg mit Mojo bitte. Ganz langsam natürlich. Um den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen – der war leider tatsächlich nicht mehr das was er mal war. Als ich mir den Brustgurt umschnallte hatte ich einen Puls von über 90 ohne mich zu bewegen. Das gab sich glücklicherweise auf der Mitte der Strecke wieder und ich fühlte mich direkt besser. Ich sah noch einen armen Maulwurf an der Saalburg liegen, der leider schon tot war. Einfach so, mitten auf dem Weg. Sehr Maulwurf-untypisch.

Oben wurde es dann etwas frisch, aber ich hatte zum Glück mitgedacht und meine Jacke dabei. Mein Bein hatte nun drei Tage Zeit gehabt zu heilen oder was auch immer zu tun. Ich merkte trotzdem bei den Anstiegen plötzlich alle möglichen Muskeln äußerst deutlich. Aber auch eine Veränderung im Schmerz und ich fühlte mich beweglicher.

Wieder zu Hause fühlte ich mich noch immer ganz gut. Zum Abend hin so gut, dass ich meine überschüssigen Energien ins Fitnessstudio trug – nicht zuletzt deshalb, weil ich unbedingt das Laufen antesten wollte, um zu sehen was das Leiden am Freitag gebracht hatte. Fazit: kein Schmerz beim Einlaufen, aber ein deutlicher Schmerz am Sehnenansatz an der Rückseite zum Oberschenkel ab 6km. 7 waren drin, in 35 Minuten. Danach weckte ich Arm- und Bauchmuskeln wieder auf und fuhr nach Hause. Auch am nächsten Tag ging es mir gut – vielleicht sogar zu gut. Wenn mich der Hafer sticht, dann schaltet sich jegliche Logik einfach von selbst ab.

Ich versuche einfach zu sehr jede Möglichkeit die sich mir zum Training bietet, zu nutzen. Vor allem wenn ich mal die Chance habe das zwei Mal am Tag zu tun, da ich um den Effekt weiß… Morgens fühlte ich mich noch etwas kraftlos. Also putzte ich erstmal die Wohnung. Richtig gehört. Dann war ich auf Betriebstemperatur, sattelte Mojo um mal wieder über den Stoppomat zu fahren. Nur lag der Baum immer noch da. Bestzeiten darf man an der Stelle gerne vergessen. Dennoch versuchte ich insgesamt schneller zu sein. Obwohl ich mich mehr anstrengte, war mein Puls mehr unter Kontrolle. Zudem wurde mir bewusst, dass es mir noch deutlich an Kraft in den Beinen fehlt, wenn es darum geht schneller und gleichzeitig kraftvoller zu kurbeln und das auf längere Sicht. Ich kann immer nur eines von beiden. Ich glaube da sind mir die Männer überlegen, aber ich werde daran arbeiten.

IMG_20150611_133702258Vor dem Fuchstanz dachte ich, die Steigung würde nie wieder enden. Hinter dem Fuchstanz versuchte ich bis zur Straße stehend zu fahren, um ein bisschen Zeit wett zu machen. Leider wieder 53 Minuten. Momentan bin ich in der Gesamtwertung der Frauen auf Platz 2. Ich müsste Unter 49 Minuten fahren, um das zu ändern.

Wieder runter nahm ich mal wieder einen anderen Weg, um nicht wieder am Baum vorbei zu müssen. Dieses mal entschied ich mich für den Unfall-Trail vom letzten Jahr. Eine erneute Begutachtung der Stelle und der Frage auf welchen von den Steinen man gefallen ist welcher einem das Becken gebrochen hat. Mir wurde direkt ganz anders, ich fuhr sehr verhalten. Das war das erste Mal dass ich mit Mojo dort hinunter gefahren bin. Gleichzeitig merkte ich nun noch einmal mehr, wie bescheuert ich gewesen war in einer Kurve die so zumacht kaum zu bremsen. Dafür bremse ich jetzt zuviel. Auch super.

Auch an diesem Tag wollte ich testen was der Oberschenkel hielt. Da ich schon etwas mehr ausgepowert war, als den Tag davor und ich eine Theorie hatte, lief ich mit 5:20 anstatt mit 5:00 und das gänzlich OHNE Schmerzen, sodass ich das erste Mal seit langem in einen lang anhaltenden Flow kam. Nach 9 Kilometern lief ich den letzten schneller, um meine Theorie zu bestätigen: diese Geschwindigkeit produziert diese Schmerzen. Tatsache. Es ist nicht unbedingt die Länge, es ist eher das Tempo. Ernüchternd, wenn man nur noch mit GA1 unterwegs sein kann. Zumindest könnte ich so weiterlaufen, auch längere Strecken und hoffe dass sich der Rest durch die Therapie langsam aber sicher wieder gibt.

IMG_20150611_213506493Beflügelt durch diese gewonnene Erkenntnis widmete ich mich etwas dem Krafttraining und ein paar Bauchübungen mit Gewichten. Dann war ich wirklich platt. Mir tat eigentlich alles weh. Dennoch stellte ich mich zu Hause nochmal in die Küche, denn ich freute mich tierisch auf den Spargel unserer ersten Bio-Gemüse-Obst-Kiste, der verarbeitet werden wollte. Zusammen mit Kartoffeln und einem Feldsalat, war ich dann wirklich im Himmel angelangt. Ich hatte auch hunger wie sonst was. Von Müsli und Whey allein lebt der Mensch halt nicht.

Das mit der Kiste wollte ich schon sehr lange mal machen und wir haben die Möglichkeit uns eine solche, zusammen mit der wöchentlichen Obstkiste, ins Büro liefern zu lassen. Zu Hause ist ja niemand da, der die in Empfang nehmen würde.

Heute ist ein Ruhetag verordnet. Und heute ist der Tag der Reue: aus den 95% Gesundheit sind wieder nur 80% geworden. Fit fühle ich mich irgendwie nicht und die Halsschmerzen sind leicht verstärkt. Ich spüre den Tag gestern immer noch deutlich. Ich hoffe ich fange mich wieder… Denn morgen wäre eigentlich mal wieder eine Bike-Tour im Trio angesagt 😐

— Jamie

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