Leistungsdiagnostik: Laktat + Spiroergometrie

10:00h morgens – ich machte mich auf den Weg zu IQ Athletik nach Frankfurt, denn ich hatte es tatsächlich mal geschafft endlich eine Leistungsdiagnostik zu terminieren. Erst war es der Beckenbruch der dies lange verhinderte und dann immer wieder verschiedene Läuferwehwehchen die sich doch sehr hartnäckig hielten… Bis heute natürlich.

Auch Kopfschmerzen und das Gefühl etwas geschwollener Lymphknoten am Vorabend hielten mich nicht ab. Jetzt oder nie. Und plötzlich tat auch wieder alles weh was jemals weh getan hatte. Es ist alles nur der Kopf. Nur der Kopf.

10:30h – umziehen und in den Raum der Tat schreiten. Interessiert dich dein Körperfettanteil? Aber sicher!
7-Punkt Methode mit dem Caliper gemessen und heraus kamen wunderbar glatte 15%. Also alle Bedenken die ich wegen meines Gewichts so hatte sind hiermit in den Wind geschlagen.. Ich hatte auch schon 53 Kilo und einen KFA von fast 18%. Jetzt wiege ich zwar mehr aber bin am unteren Rand im Bereich der „Athleten“. Danach käme nur noch der Bereich „Erforderlich“. In die andere Richtung ginge es natürlich auch: Fitness, Mittel und Übergewicht.

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Da ich so eine Diagnostik zuvor noch nie gemacht hatte, kurze Erklärung zum Test, Laufband und Ablauf. HF-Gurt an, einen Ohrring aus, Maske auf (Vorsicht eingeschränktes Sichtfeld), angekabelt,  Anti-Fall-Weste an, gesichert, rauf aufs Band.

Nice to know: ich hatte eine Hornhautsalbe an meinem rechten Ohrläppchen, damit auch auf jeden Fall die Durchblutung vorhanden ist. Die brennt etwas fies, dafür spürt man dann aber den Stich nicht mehr 😀

67er Puls im Stehen. Der war ja eigentlich mal bei um die 40… Ich konnte meine eigene Aufregung nicht verstehen und je mehr ich darüber nachdachte, desto schlimmer wurde es.

Dann ein, zwei mal richtig tief einatmen und in einem Zug die Luft aus den Lungen pressen. Fertig. Los.

1.5% Steigung. 5,4km/h – ich ging noch. 2 Minuten waren vergangen. 1 noch, 30 Sekunden, 10 Sekunden, 4,3,2,1… und ich sprang mit den Beinen links und rechts an den Rand des Bands. Nur leider geschah dies fast blind, denn ich konnte das Laufband unter mir gar nicht sehen und die Stangen an den Seiten nur aus den Augenwinkeln. Das wurde später natürlich immer lustiger.

Rechts über den Rand gebeugt, Blut gelassen und wieder fast blind auf das munter weiter laufende Band aufgesprungen. Die Maske war ansonsten noch okay, zwar eng aber okay. Und der Sicherungsgurt klackte munter bei jedem Schritt vor sich hin.

7,2km/h – ich entschied mich spontan das doch zu joggen. Und der Rhythmus des Laufschritts entspannte mich wieder etwas, ich wurde etwas lockerer, dennoch in freudiger Erwartung auf die nächste Stufe. 4,3,2,1.. ich sprang wieder ab (und es fühlte sich immer noch nicht gut an). Pieks. Weiter.

9,0km/h – endlich etwas mehr an „Laufen“ dran. Ich schielte immer mal wieder auf den Monitor. Schnell waren die nächsten drei Minuten vorbei, ich lehnte mich wieder über die Griffstange und der nächste Pieks.

10,8km/h – jetzt kam ich in Fahrt. Ich sei ja noch ganz locker und entspannt. Jaja irgendwo war ich das ja auch. Aber ich begann mir zu überlegen, wie ich vom Band kommen sollte, denn langsam wurde es immer unschöner. Dieses Mal riss ich mich komplett hoch und sucht dann mit den Beinen den Rand.

12,6km/h – nah am Wettkampftempo, fordernd, aber okay. Ich musste mich etwas mehr konzentrieren, schielte aber noch immer auf den Monitor der mir schlimme hohe Pulswerte anzeigte und mir schwante fürchterliches. Noch 30 Sekunden. Ich bekam es leicht mit der Angst zu tun. 3,2,1.. und ich schaffte es gerade noch so an den Rand. Drauf kommen war nun wirklich haarig, aber irgendwie schaffte ich auch das.

14,4km/h -da fangen normalerweise meine Intervalle an. Nach einer halben Minute hatte ich das Gefühl mein Gesicht beschlägt und das Atmen durch die Maske fiel verdammt schwer. Und generell war es irgendwie viel zu warm im Raum. Ich dachte ich packe das nicht mehr und mir graute es bereits vor dem Abspringen. Ich hörte immer nur: Sehr schön, sehr schön. 1,5 Minuten noch. Aber zum Glück blieb die Hüfte still! Das bringst du jetzt noch zu Ende. Ich lief ruhig, schweifte etwas mit den Gedanken und plötzlich waren es nur noch 30 Sekunden. Das Runterspringen war akrobatisch. Und ab da wusste ich instinktiv, dass das bei der nächsten Stufe von 16,0km/h nicht mehr möglich sein würde, ohne das etwas passiert.

Sie hätten nun genug Werte, ich müsste nicht voll ausbelasten. Es wäre noch gegangen, ja. Aber ich wollte das Schicksal nicht herausfordern.

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Danach 😉

Ein letztes Mal angepiekst worden und ab unter die Dusche. Zumindest fing das Nachschwitzen erst unter selbiger an. Ab da war mir die ganze Zeit nur noch warm. Ich saß bei der Auswertung und hätte am liebsten ein Fenster aufgerissen.

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Auswertung – zusammengefasst kann man einfach nur sagen, ich war derart positiv überrascht, dass ich echt geplättet war. Noch bevor ich irgendetwas gesagt habe kam ein Satz der mir alle meine Zweifel nahm: „Du kannst gar nicht langsam laufen, du bist ein Hochpulser!“

Ich bin ein Hochpulser. Das heißt ich habe völlig andere Trainingsbereiche. Mein GA1 Bereich geht bis fast 170 und GA2 bis 180. Also kann man auch sagen, dass ich bisher sehr viel richtig gemacht habe, während ich nach Gefühl trainiert habe. Grundlage ist da und wenn ich dort mit einer Pace von 4:55 bis 5:30 trainiere sollte alles gut sein. Und ich soll auch mal wieder in den roten Bereich gehen, also so bei 4:20.

Wirklich jeder dieser vielen, viel zu vielen Werte ist im „exzellenten“ Bereich angesiedelt. Es sei noch einiges zu holen. Oh ja, das höre ich gerne.

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Selbst meine Garmin war bei ihrer Einschätzung meiner V02max richtig gut: sie liegt auch dem Test nach bei 50.

Das einzige was noch optimiert werden könnte, ist der Fettstoffwechsel. Und wenn über die Ernährung nicht mehr so viel zu holen ist, dann müsste man es mit Nüchternläufen und Intervallen probieren. Natürlich spielt da auch meine Schilddrüsen-Unterfunktion mit hinein. Ich schaue, ob ich da noch was drehen kann.

Ja und jetzt? Jetzt bin ich total erleichtert, hoch motiviert und einfach nur irre glücklich!

— Jamie

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6 Gedanken zu “Leistungsdiagnostik: Laktat + Spiroergometrie

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