Hoch und runter..aber vor allem hoch!

Je länger man den Blog nicht füttert, desto mehr muss man die grauen Zellen bemühen, um die Läufe der letzten Wochen noch einmal Revue passieren zu lassen. Des Weiteren stelle ich aber auch immer wieder fest, dass das Geschreibsel mir einen guten Überblick verschafft und das man (vorausgesetzt man ist ehrlich zu sich selbst) eine gute Tendenz ablesen kann, wie und ob man sich überhaupt entwickelt.

Einen groben Fahrplan habe ich immer im Kopf und hoffe damit zielführend zu fahren. Zudem habe ich mich davon verabschiedet immer an mein Limit zu gehen, denn damit habe ich mich in der Vergangenheit so richtig schön kaputt gemacht und solche diversen Verletzungen dauern Zeit und machen mürbe. Dennoch kann man wahrscheinlich sein ganzes Leben damit verbringen auszuloten wie man möglichst effektiv vom Fleck kommt, ohne sich auf Dauer zu über- oder unterfordern.

Das was definitiv immer anzuwenden ist, wenn auch ausgelutscht: ohne Fleiß, kein Preis. Es gibt immer wieder Ausnahmen die die Regel bestätigen, Leute die einfach drei Mal im Monat laufen und mehr als nur eine solide Grundfitness mitbringen und trotzdem stärker/schneller/härter sind, als ich es bin. Ich werde für ambitionierte Ziele immer ackern müssen und werde nur durch laufen besser. Daran könnte ich mich jetzt aufhängen, mache ich aber nicht, denn irgendwo macht das ganze ja Spaß und das sollte es auch.

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Also ging es Anfang April am Samstag wieder mit dem OCR auf die Trails, wobei mir bei diesem Erlebnis die Heartbeat-Session noch ganz schön im Gesäß steckte. Mit einem Haufen von 36(!) Läufern ging es durch den Frühlingswald, mit viel Sonne und extrem guter Laune. Noch bevor es den Berg richtig hochging, durften die die sich so gar nicht ausgelastet fühlten, jeweils einen Baumstamm aufsammeln und im Laufschritt die Anstiege hinauf befördern.

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Auf einer Wiese kurz vor dem Altkönig folgte ein kleines Tabata, was Esther und ich zum Anlass für einen Plausch nahmen und uns dank Muskelkater etwas langsamer und schwerfälliger bewegten, als es vorgesehen war 😀

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Trotz der guten Stimmung horchte mein inneres Ohr ganz tief in meinen Fuß und vor allem bergab war mein stetiges Mantra: Bloß nicht umknicken. Das machte mich natürlich extrem langsam, aber alles fühlte sich so instabil an, dass ich nichts riskieren wollte.Gut 20 Kilometer, mit etwas über 700HM reichten mir dann vorerst.

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In der Nacht merkte ich noch ein leichtes Ziehen, aber es gab glücklicherweise keine Schwellung, sodass ich mich mit Janosch für einen lockeren Sonntags-Trail verabredete.

Es war mittlerweile schwül-warm geworden und ich pfiff schon nach wenigen Kilometern aus dem letzten Loch. Wir starteten vom Bad Homburger Waldfriedhof aus und liefen über tiefe vermatschte Pfade immer Richtung Herzberg. Jeder Schritt fühlte sich an wie im Treibsand, Stöcke, Wurzeln und Äste machten es nicht gerade einfacher. Nach der Saalburg wurde glücklicherweise wieder alles besser. Wir wichen zwar immer mal wieder vom Track auf Janoschs Uhr ab, aber letzten Endes trafen wir auf federnde Singletrails, allesamt bedeckt von einem weichen Fichtennadel-Bett. Da macht Laufen direkt wieder Spaß und für diese Momente konnte ich die 17 Grad und die feucht-warme Luft wieder ausblenden.

Aus geplanten 26km wurden jedoch nur 21km mit knappen 600HM, doch ich hätte auch keinen weiteren mehr laufen wollen. Manchmal fühlt sich ein Halbmarathon schlimmer an, als ein Marathon. Manchmal sind allein schon 5 Kilometer schlimmer als man das denken würde und man unterschätzt Umstände wie einen plötzlichen Jahreszeiten-Umschwung. Zumal ja nun auch schon wieder die Allergiker-Zeit hereingebrochen ist und mich dieses Jahr irgendwie ganz besonders mitnimmt. Oder ich nehme es nur so wahr, weil das am Berg eine ganz andere Belastung ist. Zumindest kam es bisher nicht vor, dass ich schon im März einmal am Asthma-Spray hing. Ohne Tabletten geht jedoch jedes Jahr aufs neue gar nichts. Und ich rede hier nicht von den freiverkäuflichen, sondern von rezeptpflichtigen, denn alles andere versagt. Leider machen diese mich seit neustem unendlich müde, sodass ich die letzten zwei Wochen nur noch im Delirium verbracht habe und das Laufen wirklich zur Herausforderung wurde. Wobei ich sagen muss: je höher ich laufe, desto besser geht es mir und auf dem Feldberg merke ich dann gar nichts mehr davon.

Dennoch fühlte ich mich in der Lage den Trend zum Zweitworkout wiederzuleben und noch am Fun Run in Frankfurt am Main teilzunehmen. Etwa 7km lockeres „auslaufen“ gespickt mit Mauern, Hangeln, balancieren und zur Feier des Tages etwas Planking.

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Am Dienstag Abend stieg ich dann erstmal beim Speedy Run mit ein, was da heißt: Tempowechsellauf, 15km im Wechsel von je 1km in  5:15 und 2km in 4:45. Immer schön am Main entlang und ab und zu auch mal darüber. Das funktionierte an sich ganz gut, denn das Tempo bin und war ich ja noch gut gewöhnt.Da es aber leicht regnete, wurden die Brücken und das Kopfsteinpflaster schön glitschig, sodass ich bei jedem Schritt wegrutschte und daher teilweise den Anschluss verlor und so beim „Erholungskilometer“ mit etwa 4:20 wieder aufschließen musste. Das passierte mir zwei Mal, sodass ich am Ende selbst am Ende war. Dennoch eine gute Sache, um durch die ganzen Trails auf die Dauer nicht an Tempo einzubüßen und die Beine nicht gänzlich vom Asphalt zu entwöhnen.

So platt ich mich zunächst auch fühlte, am nächsten Abend zog es mich wieder in den Wald und zwar alleine. Manchmal gibt es diese Tage, an denen ich jeglicher Gesellschaft überdrüssig bin und die Natur regelrecht wie ein Schwamm in mich aufsauge. Ich wollte einfach nur gemütlich laufen und schauen wohin ich so kam. Über ein paar neue Trails lief ich zum Fuchstanz, überholte dabei noch ein paar Mountainbiker und anschließend auf den Feldberg. Danach wieder ein Stück herunter und irgendwie habe ich so gar nicht mehr aufgepasst, wo ich eigentlich hinlief, sodass ich etwas weit vom Schuss herauskam und feststellte, dass ich weitaus mehr als nur 15km laufen würde. Es fing an zu dämmern, zum Glück hatte ich meine Stirnlampe dabei, die ich fast zu Hause gelassen hätte. Vor mit wetzte das erste Wildschwein über den Weg, sodass mir kurz echt der Puls ging. Danach folgten mehrere halbwüchsige Rehe.

Zurück am Fuchstanz schaltete ich die Leuchte ein und ich merkte wie mir die Energie flöten ging und es einfach nur kalt wurde. Das war alles so nicht eingeplant gewesen, aber da musste ich nun einfach durch. Da wurde mir auch zum ersten Mal der Unterschied so richtig bewusst, wenn man in der Gruppe in der Dunkelheit läuft, oder alleine unterwegs ist. Der Wald schluckte mich so richtig und die Batterien waren irgendwie auch nicht mehr ganz so frisch. Vom Gefühl her wäre ich am liebsten ohne Licht gelaufen, aber das war absolut nicht möglich, weil ich zu diesem Zeitpunkt nicht mal mehr die Hand vor Augen gesehen hätte. Dazu war es totenstill, ich hörte nur meine Schritte dumpf auf dem Waldboden. Ein ganz leichtes Unbehagen machte sich breit, man weiß ja nie, wer plötzlich hinter einem Baum hockt… Aber ich sagte, mir dass diese Chancen wahrscheinlich sehr viel geringer waren, als wenn ich alleine im Feld laufen würde. Zumal derjenige sich erst einmal die Berge hochkämpfen müsste 😉 Ich lenkte meine Gedanken auf andere Bahnen. Unterdessen rief mich Thomas auf dem Handy an, denn es war mittlerweile schon kurz nach 21 Uhr. So begleitete er mich noch etwa 2-3 Kilometer bis ich fast wieder am Auto war. Dann gab es nochmal Musik auf die Ohren und schon bald sah ich wieder die lichtverseuchte Zivilisation und etwa hundert Meter entfernt, einen weiteren Läufer, welcher mir jetzt erst entgegen kam. Es gab also noch mehr Verrückte, wie schön. Wir blendeten uns gegenseitig mit unseren Stirnlampen und hatten die Ohren mit Musik vollgepfropft. Am Laufstil erkannte ich jedoch Esther und als ich das OCR-Shirt sah, war die Sache sowieso klar. Sie erkannte mich jedoch nicht gleich, sodass ich ihr erst vehement hinterherrufen musste. 😀 Nach 24km und guten 700HM war ich echt froh um 20 vor 10 wieder vor meiner Haustür zu stehen..

Dass es mittlerweile endgültig um mich geschehen ist, stellte ich einen Tag später fest, als ich mich dabei erwischte wie ich abends plötzlich mit Laufrucksack zum Fitnessstudio rannte. Meine Besuche dort sind sehr spärlich geworden. Für ein paar lockere Kilometer auf dem Laufband war es jedoch perfekt, weil ich da weniger in Versuchung gerate mich zu sehr leer zu laufen. Erfreut stelle ich aber beim ganzen Training drumherum fest, dass ich keinerlei Kraft und Stabilität eingebüßt hatte, sondern eher das Gegenteil der Fall war: es ging plötzlich alles leichter. Was mich auch zu der Überlegung bringt, ob ich die Mitgliedschaft dort überhaupt noch brauche. Andererseits war es bei Glatteis immer mein sicherer Hafen. Und auch was nach dem ZUT wird weiß ich nicht. Vielleicht wieder eine MTB-Phase, gespickt mit Einheiten auf dem Laufband, um das zu erhalten was da ist. Vielleicht warte ich den Juni einfach noch ab.

Am Wochenende sollte das Trainingslager an der Zugspitze stattfinden. Ich bin jedoch nicht mitgefahren, schweren Herzens. Stattdessen bemühte ich mich um einen weiteren orthopädischen Termin, um die Sache mit den Stoßwellen anzugehen. Bei diesem Termin wurde ich jedoch überrascht. Stoßwellen seien in meinem Fall völlig sinnbefreit, viel besser wäre eine Bandage. Wenn nach drei Monaten so gar nichts besser ist, könne man über eine Lasertherapie nachdenken. Im Moment könne ich aber alles machen, die Heilung würde dann nur etwas länger beanspruchen und ich soll nicht noch einmal so umknicken (das weiß ich ja schon). Ich vertraue dieser Aussage mehr und nicht deshalb, weil sie mir mehr zuspricht, sondern weil diese Ärztin mit mir hätte leichtes Geld verdienen können, denn eigentlich kam ich ja nur wegen der Stoßwellentherapie. Also legte ich mir die Bandage zu und endlich fühlte sich alles viel besser an, sodass ich es kaum erwarten konnte den nächsten Lauf anzugehen.

 

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Während die anderen direkt vor Ort für den ZUT trainierten, liefen wir anderen einen 27km Trail und versuchten dabei alle Berge mitzunehmen, die der Taunus so zu bieten hatte. An diesem Tag war ich wirklich gut drauf, sodass wir uns nach dem Herzberg und dem Altkönig noch für den Feldberg entschieden, um über die 1000HM zu kommen.

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Ich hatte keine Schmerzen mehr und auch mein Fuß wurde nicht mehr taub. Die Bandage schien die Erhörung meiner Gebete zu sein. Auf dem vorletzten Trail zum Feldberg, besserte ich das zugehörige Strava-Segment zeitlich nochmal nach und testete erstmals meine Trailstöcke – zu meckern gibt es bisher nichts. Es war eine sehr lustige Runde, sodass wir uns auf den Feldberg für ein paar alkoholfreie Biere entschieden und uns kurz auf eine Bank verirrten, während Scott den Spielplatz unsicher machte.

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Am Tag darauf plante ich, die Sache mit dem Downhill nochmal gezielter in Angriff zu nehmen. Thomas war derart motiviert, dass er unbedingt selbst hinauflaufen wollte. Gunnar kam auch noch mit und wir scheuchten Thomas direkt 200HM auf den ersten 1,2km hinauf. Es dauerte etwas, aber er schaffte es und hatte weder dabei noch danach irgendwelche muskulären Probleme, was mich wirklich erstaunte. Selbst den Altkönig ließ er sich nicht nehmen, bevor es zu seiner Spezialität, dem Downhill kam, auf den er sich wahrscheinlich schon die ganze Zeit freute.

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Es war wirklich bestes T-Shirt-Wetter, sodass ich auch echt gute Laune hatte. Ich versuchte an ihm dranzubleiben und einfach in seiner Spur über die Steine zu laufen. Es war direkt anders, einfach, weil ich ihm zu 100 Prozent vertraue. Als der Trail wieder breiter und wurzeliger wurde, nahm er mich bei der Hand und wir rannten ihn gemeinsam hinunter.

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Dazu muss ich sagen, es ist nicht die Angst, die mich langsam macht. Es ist vielmehr das Gefühl den Trail nicht mehr richtig überblicken zu können, die Konzentration schwindet und mein Gehirn kommt scheinbar einfach nicht mehr mit. Manchmal verschwimmt der ganze Weg vor meinen Augen oder aber meine Beine werden weich. Dann sagt mir einfach mein Gefühl, dass es gerade schneller nicht geht. Auch habe ich noch nicht die Kraft in den Beinen, mich über längere Abstiege schnell abzufangen. Ich habe fast einen höheren Puls beim Downhill als, wenn ich hinauflaufe, auch weil es mich körperlich total anstrengt. Ich hoffe das gibt sich noch. Anscheinend bringe ich einfach nicht die Gegebenheiten mit, die andere schon von Grund auf zu haben scheinen. Andererseits weiß ich nicht, ob man nach erst oder schon drei Monaten Traillaufen sowas erwarten kann? Zumal ich sowieso schon als Kind total grob-motorisch war und einfach kein Feeling und entsprechende Körperbeherrschung hatte. Ich höre auf jeden Fall nicht auf daran zu arbeiten, auch wenn es mich manchmal echt Nerven kostet, weil ich schnell selbst mit mir unzufrieden bin.

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Der zweite Speedy Run folgte sogleich wieder dienstags und wurde auf 5:10 und 4:40 im 1km-Wechsel gesteigert. Da alles nicht mehr ganz so furchtbar nass war, konnte ich auch besser dranbleiben und hatte somit auch noch weniger Schwierigkeiten, das Tempo mitzugehen. Die einzige Überwindung bestand darin, meine elendige Müdigkeit zu besiegen. Ich war so platt, dass ich das Gefühl hatte mit offenen Augen einzuschlafen. Ich fühlte mich wie die Mutter aller Lappen. Dann war ich jedoch echt froh mitgelaufen zu sein, das gab mir nochmal den Motivationskick den ich nötig hatte. Manchmal muss man sich selbst in den Arsch treten. Zumal ich dann auch noch mit der Erkenntnis gesegnet wurde, keine Bein- oder wasauchimmer-Schmerzen mehr zu haben, die ja bei Tempo + Asphalt bei mir sehr gerne aufgetreten sind.

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Mittwoch Abend war die Luft dann aber irgendwie doch raus, sodass mir die lockeren 11km mit Esther, Tim, Scott und Christoph schon fast nicht mehr so locker vorkamen. Wir hatten sogar tierische Begleitung und wie immer gute Stimmung. Als es dann dunkel wurde und ich feststellte, dass ich die Batterien meiner Stirnlampe noch immer nicht getauscht hatte und ich so im Schein dieser Funzel über Stock und Stein nach unten musste, zog das meine persönliche Stimmung total nach unten, denn effektiv sah ich eigentlich nichts. Auch im sehr starken Lichtkegel von Esther konnte ich nur zeitweise etwas sehen, nämlich nur dann, wenn er im richtigen Winkel auf den Weg traf. Abgehakt. Und mittlerweile habe ich auch die Batterien gewechselt.. 😉

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Am Freitag war ich das erste Mal in meinem Leben bouldern. In etwas größerer Gruppe (MTB-Gemeinschaft, plus Partner, sowie zwei OCR’lern) ging es nach Frankfurt ins Dynochrom. Kletterschuhe sind extrem eng – haben wir festgestellt. Alex erklärte uns kurz das Wichtigste und dann ging es auch schon an die Wand, bis auf vielleicht maximal vier Meter Höhe, denn man ist ja nicht gesichert. Die Schwierigkeit der Routen waren an ihrer Farbe auszumachen. Wir begnügten uns mit den beiden einfacheren: gelb und blau. Meine Höhenangst und die Angst vor dem Herunterspringen und dem möglichen Umknicken, behinderten meine Kletterkünste doch sehr. Die fehlende Kraft in den Armen war da auch nicht sonderlich hilfreich. Man hatte immer zwei Startgriffe und am Ende der Route einen Stein, den man kurz mit beiden Händen berühren musste, auf welchem „Top“ stand. Diesen erreichte ich leider nicht immer. Die Wände waren selten gerade, sondern kippten leicht oder es war eine Schräge zu überwinden, um überhaupt weiter zu kommen. Manchmal reichte die Kraft noch für den nächsten Schritt nach oben, aber nicht mehr, um wieder herunterzuklettern. Es gab zwar unten überall Matten, aber ich wollte nur ungern aus mehr als 2 Metern auf meinem Fuß landen. Nach etwa zwei Stunden waren Arme und Finger dann vollends hinüber. Der Muskelkater bereitete mir noch vier Tage lang Freude und ich war mehr als froh, dass ich diese Körperteile weniger zum Laufen benötige 😀

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Samstags zog ich dann gegen Mittag nochmal alleine auf die Trails, irgendwie war mir danach. Es regnete leicht und ich entschied mich mal wieder für den weiße Mauer-MTB-Trail, den ja auch schon Thomas kennenlernen durfte. Es fühlte sich so derart zäh an, dass ich schon glaubte, der Tag sei für mich gelaufen. Ich brauchte noch bis auf den Altkönig, bis ich endlich wieder in Fahrt war und das erste Mal so richtig darauf achtete, wie ich schneller wieder herunterkam. Es hat einfach auch viel damit zu tun, dass ich mich selbst ausbremste, weil ich so gut wie immer mit der Ferse aufkam und so gut wie nie auf dem Vor- oder Mittelfuß. Mehr mit den Armen zu balancieren und es mehr „rollen“ zu lassen, half mir da auch schon weiter, sodass ich endlich mal von einer soliden 6er Pace oder sogar leicht darunter reden konnte. Dennoch: es strengt mich einfach sehr an, sodass ich immer mal wieder kurz komplett stoppen musste.

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Ich war an diesem Tag plötzlich doch noch so gut drauf, dass ich zwei Mal auf den Feldberg lief und das Segment von letzter Woche noch einmal um eine Minute nachbesserte – ich sags euch, es gibt doch noch Hoffnung für mich 😀 Das zweite Mal hinauf war ich nur eine Minute langsamer, aber immer noch schneller als in der Vergangenheit. So konnte ich nochmal 920HM nachlegen. Reicht.

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Am Sonntag fand der Weiltalweg-Marathon statt, aber ich zierte mich irgendwie daran teilzunehmen, da ich nicht wusste, ob ich die Strecke an diesem Tag wirklich schaffen würde. So ließ ich den OCR alleine laufen, bzw. ballern – denn nichts anderes wurde da zelebriert. Ich lief gemütlich über die Saalburg alleine los, kundschaftete neue Trails aus, ließ mich von der Sonne bestrahlen und war eigentlich ganz glücklich mit meiner Entscheidung.

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Als ich irgendwann von Anspach wieder am Sandplacken ausgespuckt wurde und bereits einen Halbmarathon hinter mir hatte und auch die Sonne nicht vorhatte mir nicht mehr ins Gesicht zu scheinen, machte ich die 30 auch noch voll und bog nochmal auf mir bekannte Trails ab, um meinen eigenen Marathon zu finishen. Ich kann zwar mittlerweile sagen, dass sich die individuelle Kotzgrenze immer weiter verschiebt, aber ich war dann doch echt fertig, hatte nach 32km meine Trinkblase komplett leer und mir war irgendwie schlecht, ich war müde, musste mal hier mal da stehenbleiben. Ich hatte mich die letzten beiden Wochen nicht geschont, hatte mindestens 180km zurückgelegt, wahrscheinlich mit mehr Höhenmeter als gewöhnlich und wollte diese Woche einfach nur noch abschließen, um die folgende im Recovery-Modus zu verbringen und zwar verdient. Das schaffte ich auch, hatte keine Schmerzen (was ein Glück!), war jedoch einfach nur müde.

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Danach hielt ich die Beine still, die Lust auf Laufen war auch auf ein Minimum geschrumpft. Ich versuchte es noch einmal am Mittwoch mit einem moderaten 14km Trail, musste das aber in Bezug auf die Höhenmeter sehr reduzieren, da meine Beine einfach nicht mehr wollten und ich das Gefühl hatte keine Luft mehr zu haben. Also ließ ich es bis Samstag einfach komplett gut sein und stieg dann wieder bei Regen zum OCR Trail mit ein. In sehr kleiner Gruppe erkämpften wir uns, über die steilsten Abschnitte die der Taunus so zu bieten hat, den Altkönig. Ansonsten war es ein sehr lockerer Lauf und mir ging es auch schon merklich besser, wenn auch nicht so wie den Samstag eine Woche zuvor. Sogar etwas Schnee und ein eisiger Wind begleitete uns. Der Altkönig selbst hatte wie sooft seine ganz eigene wunderbare mystische Stimmung, wolkenverhangen und neblig.

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Meine Beine waren also wieder wach, sodass wir am Tag darauf den Feldberglauf rocken konnten, aber das gibt noch einen eigenen Bericht 🙂

— Jamie

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