Crazy 2016 – ein Rückblick

Ganz ehrlich? Ich denke schon etwas länger darüber nach, wie ich dieses Jahr überhaupt schriftlich niederlegen soll. All die Emotionen und Eindrücke sind kaum zu beschreiben, aber ich möchte es trotzdem versuchen 🙂

Statistisch gesehen lässt sich 2016 recht einfach abhandeln, vor allem im Vergleich zu 2015. Man merkt deutlich, die Kilometer haben sich beinahe verdoppelt, die Höhenmeter sowieso, die Einheiten verlängerten sich und das Tempo ging herunter. Alles in allem kann ich nun endlich mal von einer guten Grundlagenausdauer sprechen, auch wenn mir mittlerweile die Tempohärte fehlt. Aber man kann halt nicht alles haben!

32 Aktivitäten (MTB, reiten, Kraft) kommen zusätzlich dazu – ganz anders in 2015, das war das Mountainbike-Jahr schlechthin. Somit habe ich tatsächlich 129 Tage des Jahres ohne jeglichen Sport verbracht…glauben mir wahrscheinlich die wenigsten, ist aber Tatsache!

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Januar: 354km, 22 Läufe, 7.443HM, 38:11h

Pünktlich zum Jahresstart, kam meine läuferische Wende. Einfach so, von einem Tag auf den anderen, ohne jede Vorwarnung. Ich quälte mich noch immer mit Läufer-Wehwehchen durch die Gegend, machte eine Laufanalyse, begann an mir zu arbeiten, denn ich wollte weiter laufen. Ziemlich genau in der zweiten Januarwoche war mir plötzlich vermehrt nach Wald und Natur. Aber ständig alleine durch die Gegend zu ziehen, das wollte ich auch nicht. Es war am Wochenende und ich bekam via instagram von Sabine (runningbambii) den schlichten Hinweis, dass sich sonntags eine Truppe Trailläufer an der Hohemark treffen würden. Ich hatte meine Bedenken, denn ich wusste nicht, ob das was für mich war. So Berge rauflaufen und so. Und behindern wollte ich auch niemanden. Und dann stand ich da, um 10:30 Uhr und wir liefen los. Die Stimmung war gut, ich fühlte mich wohl. Und ich fühle mich nicht oft in anderen Konstellationen so heimisch. Ich habe wirklich tolle Leute kennenlernen dürfen: Esther, Emilia, Christoph, Pierre, Janosch..um nur einige zu nennen und es wurden immer mehr!

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Das was folgte, war eine –Schlüsselerkenntnis-: einen Berg hinauflaufen kann ziemlich unangenehm sein, aber genau so viel Spaß brachte es mir auch. Damit begann die Hassliebe der Höhenmeter und Downhills, es begann dass ich seit diesem Tag eigentlich fast keine Woche mehr hatte, in welcher ich nicht mit dem – OCR – unterwegs war. Es war und ist großartig, verrückt, herrlich. Ich schlug ein neues Kapitel auf und meldete mich Dank umfassender Überredungskünste beim ZUT an – so gesehen der Auftakt zum Abenteuer! Auch meine erste Heartbeat Session werde ich wahrscheinlich so schnell nicht wieder vergessen – der Dank für den Muskelkater meines Lebens geht hiermit an Raschkenstein 😀

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Februar: 254km, 20 Läufe, 3.255HM, 24:34h

Dieser Monat begann mit einem Sturz im Taunus und einem wochenlang unentdeckten –Bänderriss-. Bravo würde ich sagen… Bei Schnee und eisigem Wind erklommen wir Altkönig und Feldberg, aber ich flog natürlich erst über meine eigenen Füße, als wir auf dem Rückweg kurz eine Waldautobahn passierten. Dieser Vorfall gestaltete das weitere Training recht schwierig, bzw. schmerzhaft und ich wunderte mich immer wieder weshalb mir die Kinesiotapes keine Stabilität brachten. Ein MRT nach 8 Wochen brachte dann Klarheit, aber das Band war zu dieser Zeit auch schon wieder zu 3/4 zusammengewachsen. Ein zusätzliches Knochenödem brachte meine Teilnahme am ZUT in Gefahr und lies meinen Fuß immer wieder taub werden. Aber wie sooft, es ist richtig und wichtig eine ärztliche Zweitmeinung einzuholen: mit einer Bandage durfte ich laufen und auch die Taubheit war einfach weg!

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Der –Halbmarathon– in Mörfelden führte mir zum Ende des Monats vor Augen, dass man wirklich nicht alles haben kann: die Umfänge hatten mein Tempo geschluckt, sodass ich meine PB von 1:43h so gar nicht mehr unterbieten konnte.

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Dafür folgten erste Verrücktheiten: einfach mal nach der Heartbeat nochmal in den Taunus fahren, um auf den Feldberg raufzulaufen, weil man Schnee gewittert hat 😀

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März: 320km, 15 Läufe, 7.036HM, 35:49h

Ich hörte auf damit, auf die Garmin zu schielen. Ich wurde mir über einiges klar und diese Erkenntnis entspannte mich, der Trail entspannte mich. Die positiven Leute entspannten mich. Alles wurde entschleunigt und es tat mir so so gut. Ich fing an morgens um halb 6 zu laufen, in den Sonnenaufgang hinein, vorbei an gefrosteten Feldern, ohne auch nur einer einzigen Person zu begegnen.

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Ich begann auch alleine über die Taunustrails zu ziehen und erweiterte mit jedem Lauf meine Ortskenntnis. Das alleine-Laufen tut mir nach wie vor gut, auch wenn es schön ist in der Gruppe unterwegs zu sein. Ich wurde erstmals von tiefer Dankbarkeit und einem warmen Gefühl geflutet und spürte so etwas wie Freiheit.

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Je mehr ich draußen war, desto weniger Zeit verbrachte ich im Fitnessstudio – das machte aber nichts, Dank Heartbeat und 30-Tage Burpee Challenge fühlte ich mich fitter denn je 😉 Bis dato war ich noch nie mehr als 30km gelaufen und das erst einmal in meinem Leben. Mit dieser –Kilometergrenze– sollte nun Schluss sein. Esther, Janosch und ich brachen zu einem 35km-Trainingslauf auf, inklusive Handy-Orchester beim epischen Moment der Überschreitung der 30km. Beim nächsten OCR Trail im Tiefschnee wurde mir folgender Spruch eingebrannt: „Wir laufen so lange hoch bis wir keine Lust mehr haben und dann laufen wir noch weiter hoch!“

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April: 348km, 22 Läufe, 8.930HM, 40:30h

Der Monat meiner ersten Trailläufe…bei Nacht. Christoph und ich wissen es noch wie als wäre es gestern gewesen: kniehoher Pulverschnee, der Dank der Stirnlampen glitzerte als wäre er gar nicht echt, ein Wald wie aus einem anderen Universum und eine magische Stille auf dem Altkönig. Suchtpotenzial!

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Dies war auch der Monat, in dem ich zur Trailschuhschlampe mutierte. Wenn man keine Ahnung hat was gut für den Trail und für einen selbst ist..dann muss man eben testen. Fakt ist, der Speedcross und ich werden im Leben keine Freunde, die x Talon von inov8 und ich jedoch sehr wohl! Mittlerweile konnte ich auch behaupten, weitestgehend gut gerüstet zu sein: Stirnlampe, Jacke, Rucksack..es hatte sich doch einiges angesammelt. Weitere Nachtläufe folgten (teilweise wirklich schlitternd), unter anderem mit Esther, Emilia, Mirco, Tim und Wolfgang – es war mir ein Fest 🙂

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Auch meinen ersten 30km-Wettkampf konnte ich abfrühstücken, beim –Wintersteinlauf– bei welchem mein Ehrgeiz und ich mal wieder kollidierten.

Zum Ende des Monats besuchte ich meine Mutter im –Schwarzwald– und die Trailschuhe waren natürlich mit im Gepäck. Bewaffnet mit einem Navi schlug ich mich im Dauerregen über die Schwarzwaldtrails, inklusive Kletterpassagen an einem Hang, weil ich mich irgendwie verfranzt hatte. Mit 19km und 1300HM waren das für mich wirklich Gegebenheiten, die mir zu dem Zeitpunkt einiges abverlangt hatten, mich aber unglaublich anfixten. Ich muss glaube ich nicht weiter beschreiben wie glücklich ich war, als ich im Schneesturm am Treffpunkt ankam und in Empfang genommen wurde 🙂

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Ein weiteres Highlight war ein 50km Trainingslauf mit Esther, Bert und Dominic – selten so gelitten, selten so gelacht!

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Mai: 352km, 14 Läufe, 10.898HM, 45:25h

Allein an der Statistik lässt sich ablesen, dass mir deutlich bewusst wurde, dass der ZUT näher rückte. Ich nahm quasi jeden Trail der mir in die Quere kam dankend an und streute noch ein paar Wettkämpfe ein, die ich (bis auf einen) eher locker nahm, wie zum Beispiel den –Feldberglauf– und meinen ersten Hindernislauf aus der –Rats Runners- Serie in Bühlertann 🙂

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Der Lauf von –Turm-zu-Turm– war der letzte 50km Lauf vor dem ZUT – hier nahmen wir einfach alle Berge mit, die der Taunus zu bieten hat! In diesem Monat ist wahnsinnig viel passiert. Es war der Highlight-Monat schlechthin, es schien sich alles nur noch so zu überschlagen. Zu nennen wären da nicht nur die 100 Hills im Ostpark, die Spartan Workout Tour, sondern auch, dass ich meinen ersten Ultra schon eher finishen würde als ich dachte.

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Denn nur 2 (!!) Tage nach den 50km, erwischte ich mich dabei, wie ich nach den Überredungskünsten von Veronika und Juliane die Anmeldung zum –Keufelskopf-Ultra– ausfüllte. Es war mit Abstand die härteste, wahnwitzigste und tollste Erfahrung die ich in diesem Jahr machen durfte. 88km und 3600 Höhenmeter..im Ernst, ich hätte mir nicht träumen lassen da durchzukommen! Kurz zusammengefasst auch alles nochmal unter: Wie lief der Mai?

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Dann gab es noch 1-2 Wochen vor dem ZUT einen mehr oder weniger spontanten Bikemarathon (78km mit Anfahrt, 1500HM), bei Platzregen wie aus Eimern. Irgendwie haben wir uns durchgekämpft, Trails wurden wie Bäche überspült, ich sah nichts mehr, das Wasser lief die Straßen wie einen Wasserfall herunter..es war furchtbar..toll! 😀

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Juni: 195km, 11 Läufe, 7.608HM, 28:36h

Im Juni nahm ich mich alles in allem sehr zurück. Der K-UT nagte an mir und meinen Knien, der Mai hatte mich müde gemacht und ich musste für den –ZUT– regenerieren. Am 17. wurden die Koffer gepackt und wir machten uns auf Richtung Grainau. Anschließend wollten wir noch eine Woche Urlaub dort verbringen, was sich als wahrhaft gute Idee herausstellte, da es mir so sehr viel leichter fiel, einfach mal nicht zu laufen. Der ZUT selbst war für mich zum Ende hin doch recht hart, aber ich konnte mich durchbeißen und unterwegs auch weitere nett-verrückte Menschen kennenlernen 😀

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Juli: 262km, 21 Läufe, 3.255HM, 30:41h

Der Juli wurde wieder lockerer – durchatmen war angesagt, sowie ein weiterer Lauf der Rats Runners Serie, diesmal in Goldbach, bei welchem ich schon besser drauf war, als bei meiner Premiere. Dazu kam mal eine andere Art von Alternativtraining: Paddeln auf dem Main im Drachenboot! Immer wieder montags.. 😀 Der Sommer war auf dem Höhepunkt, es war heiß..und zwar so, dass es mir unangenehm wurde. Ich verirrte mich immer mal wieder als Earlybird um kurz vor 6h auf die Taunustrails und auf dem Altkönig wucherten die Heidelbeeren, welche regelmäßig von hungrigen Trailläufern geplündert wurden. Ich konnte spüren, wie sehr ich an Kondition und Kraft am Berg gewonnen hatte. Immer wieder platzte ein kleiner Knoten und ich sah plötzlich einen Fortschritt.

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Des Weiteren schickten wir –Dominic– auf seine Laufreise von Usingen nach Hamburg – in nur 4 Tagen und kompletter Autonomie!

Esther und ich machten gemeinsam Intervalltraining auf der Tartanbahn: ja wir können auch schneller und stupide!

Apropos –Vernunft-: in diesem Monat wurde die Idee zu Vaunus 7/30 geboren und sollte schon bald Anwendung finden…

August: 344km, 16 Läufe, 10.277HM, 46:29h

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In diesem Monat wurde es ernst. Unsere Ausgeburt aus der Trailhölle erwachte. Esther, Thorsten und ich waren bereit: wir würden eine Woche lang jeden Tag 30km oder mehr auf den Taunustrails laufen. Diese Projektwoche mit dem Titel –Vaunus 7/30– trieb uns immer wieder an unsere Grenzen, aber auch an Lachflashs, an viele Gastläufer. Es war unfassbar, dass es funktioniert hat: über 220km und 8000 Höhenmeter ließen wir hinter uns und diese kann uns keiner mehr nehmen.Verrücktheit verbindet!

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Nach dieser Woche fuhr ich wieder viel MTB und begleitete sogar damit einen OCR Trail – auch mal eine Erfahrung die man machen sollte 😀 Meine Achillessehnen waren leider ziemlich beleidigt, meine Schienbeine ebenfalls. Marjan weiß wie sehr er mich als Physio foltern musste, bis das wieder wurde…

Ereignisse über die es keine Blogposts gab, aber immer auf –instagram– gepostet wurden:

Hill-Repeats am MTB weiße Mauer Trail ->Strava-Segment

IMG_20160908_180053710_HDR.jpgVor dem Pfalztrail wollte ich nochmal ordentlich Höhenmeter (1200) sammeln und zwar so kurz und steil wie es eben ging. 5x ist es mir geglückt und 5x hatte ich natürlich auch den steinigen und sehr technischen Downhill vor mir. Was dieses Training für Auswirkungen haben sollte, stellte ich nur wenige Tage später fest, als ich plötzlich Downhill weniger

verhalten lief, sondern der Knoten derart geplatzt war, dass ich den Feldberg und zurück, vorwiegend auf Trails, am unteren Rand der 6er Pace laufen konnte. Durch dieses neue Glücksgefühl und die gewonnene Freiheit, lies ich es öfter runter knallen und schwupps hatte ich irgendwann mein Läuferknie.

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Kurz bevor der August zu Ende war, machten Thorsten und ich uns zu einem 35km Lauf auf und wir wussten nicht ob wir weniger oder mehr laufen würden. Es war brüllend heiß. Teilweise saß ich im Bach und verspürte keine Linderung. Eine Monster-Cola sollte es unterwegs richten, am Herzberg füllten wir alle Wasserresavoires auf, nach 35km liefen wir einfach weiter und nach dem Marathon dachten wir dann, jetzt machen wir die 50 auch noch voll. Gesagt getan. Plötzlich gab es Sturm und Starkregen mit Hagel, während wir uns auf das Feldbergplateau kämpften!

Drachenbootrennen beim Museumsuferfest in Frankfurt

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Beim OCR werden vor jedem WK erstmal alle gebrainwashed 😉

Wie schon erwähnt, trainierten wir mehr oder weniger regelmäßig das Paddeln auf dem Main und das hatte sich ausgezahlt. Es war schon wieder unerträglich heiß, die Formation war gebildet, wir breiteten Decken aus und warteten auf unser Go!. Es war ein tolles Teamereignis – wir haben das wirklich gut gemacht, kamen gut weg und konnten den Takt auch halten, sodass wir 2 Mal gegen unsere anderen Gegner gewinnen konnten. Bei der finalen Entscheidung waren wir am Ende irgendwie etwas zu unkonzentriert und verpassten knapp den Sieg. Jedoch dafür, dass wir das alles nur just for fun machen, fanden wir dass sich das durchaus sehen lassen konnte!

September: 189km, 17 Läufe, 6.195HM, 26:54h

50. OCR Traillauf: die Schnitzeljagd

Zum 50. Trail wollten wir uns etwas ganz besonderes ausdenken, sodass Esther, Christoph und ich uns abends zusammensetzen und eine Struktur erarbeiten. Esther erstellte einen schönen Rundkurs von 11km, besorgte Bananen, ich Gummibärchen und dann trafen wir uns morgens um 6 Uhr am Anfang des Waldes um die Strecke zu präparieren. Jasper der Taunustiger war natürlich mit von der Partie. Wir brauchten doch länger als wir dachten, und kamen erst um 10:30h zum Start wieder zurück.

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Münzen-Suchen im Bach

Kurz und knapp: an jeder Station hieß es für beide Teams: Such die Banane! Auf dieser Stand entweder eine Übung (Hampelmänner, Burpees, Squats oder auch Hill repeats). Stationen konnten Rätsel sein oder auf einer 5er Kreuzung die Suche nach Codeschnipseln. Gummi-Schlümpfe in den Bäumen mit Angelschnur ließ natürlich jedes Herz des allzeit hungrigen Trailläufers, oder -hunds höher schlagen.

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Zwei weitere Monats-Highlights folgten: einmal der –24h Lauf in Rodgau – ein mega Teamevent und wahrscheinlich einer der emotionalsten Wettkämpfe 2016 mit Sieg! Leute, ich kann es nur immer wieder betonen: ihr seid der Hammer!

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Zum anderen der –Pfalztrail-. Mein erstes DNF. Aber es war einfach zuviel. Und das zuviel gebar mir ein Läuferknie, Physiotherapie und eine deutliche Reduzierung des gewohnten Umfangs.

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Oktober: 172km, 11 Läufe, 4.562HM, 20:56h

Im Oktober habe ich mich mit meinem Läuferknie herumgeplagt. Laufen nur noch sporadisch, bis zur Schmerzgrenze. Mein Leid habe ich euch hier geklagt: –From running with love– Ein Alternativtraining musste her und das hieß –Goliaz Challenges-, Incognitus für den Monat November. Ein hartes Bodyweighttraining, welches einen sicher an die Grenzen oder sogar darüber hinaus bringt! Sprints waren auch vertreten, manchmal sogar 260 Burpees ich habe durchgehalten und euch via instagram über die Challenge stetig informiert.

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Ich weiß zwar nicht mehr genau wann es dazu kam (der Übergang war fließend) aber mittlerweile darf ich auch immer mal wieder OCR Trails leiten und da spornt es mich fast noch mehr an, neue Trails auszukundschaften, um neue interessante Strecken anbieten zu können 🙂 Übrigens war der Oktober öfter als gedacht ein toller goldener Herbst!

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Auch erste Nachtläufe flossen wieder mit ein und ich musste mich wieder an diese unglaubliche Stille und schluckende Dunkelheit gewöhnen, sowie die leuchtenden Augen der Taunustiere aus dem Unterholz. Auch das erste bisschen Schnee konnte ich finden!

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Ein weiteres Highlight: der –Revierguide des Trailmagazins– und das mitten im Taunus! Hätte ich nicht immer noch Knieprobleme gehabt, hätte ich den Lauf sicherlich mehr genießen können. Shit happens. Eine riesen nette Truppe, viele neue Trails und gute Stimmung, was will man mehr?

November: 188km, 18 Läufe, 5.102HM, 24:28h

Zwischenzeitlich konnte ich es mir nicht nehmen, morgens vor der Arbeit auf den Feldberg zu laufen..ich hatte da so etwas von Schnee gehört und wurde nicht enttäuscht!

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So fand der nächste Traillauf Sonntags natürlich auch im Schnee statt, was ein Erlebnis für alle..sogar die Leute fuhren schon Snowboard!

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Dann folgte mal wieder ein Nighttrail mit Mirco. Irgendwie verfranzten wir uns, Mirco lag im Bach, wir lachten, es war herrlich chaotisch und zur Krönung fanden wir auch noch eine gestrandete Karte eines Brautpaars im absoluten Unterholz, mit der bitte um Glückwunsche. Habe ich sogar gemacht, nur bisher leider keine Antwort erhalten..

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Klick zum Vergrößern

Ein weiteres Highlight für mich, waren nicht nur der geplante und auch durchgezogene 30km Trail, sondern dass ich seit langer Zeit mal wieder mit Juliane gelaufen bin und das total spontan 🙂

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Der Zipfelmützenlauf war ein kleiner 10-11km Wettkampf, den wir einfach mal mitliefen – besonders auch deshalb, weil wir die Finnenbahn des Vereins benutzen dürfen und nun am Riedberg die Heartbeatsessions stattfinden, die ich ab Oktober wieder besuchen konnte. So gab es auch das ein oder andere Gärtner-Workout am Sonntag: Finnenbahn mit Spitzhacke umgraben und das fiese Unkraut entfernen 😛

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Der Lauf selbst war wirklich witzig, schade dass ich nicht dazu kam mehr als heute zu berichten… Jeder lief mit Zipfelmütze und ich durfte das erste Mal den persönlichen Pacemaker für Ariane spielen. Sub 60min auf 10km – kriegen wir hin, dachte ich mir! Bekamen wir zum Glück trotz profilierter Strecke sogar hin: neue PB 59:31h! Hat total Spaß gemacht 🙂

Ab dem nächsten Tag war ich plötzlich krank. Und somit war klar, dass der Getting Tough so oder so ohne mich stattfinden musste. Ein Infekt mit Fieber hatte mich gepackt und ab da ging meine persönliche Krankenakte erst so richtig los. Nach einer Woche glaubte ich ich sei wieder gesund – nach 3 Tagen Arbeiten bekam ich wieder Halsschmerzen und war total erschöpft. Zum Wochenende hin bekam ich fast keine Luft mehr, weil ich weder Kraft hatte um durch die Wohnung zu laufen, ohne das Gefühl zu haben zu ersticken. Ich dachte auch an den Herzmuskel..und schließlich lag ich das Wochenende im Krankenhaus, obwohl ich zur EOFT wollte 😦

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So richtig herausgefunden hatte man nichts, aber viel gemacht eben auch nicht. Also entließ ich mich selbst, ging zum Kardiologen, der eine Entzündung zwar nicht ganz ausschließen konnte, aber mir sagen konnte das mein Herz ansonsten in Ordnung sei. Sicherheitshalber sollte ich eine komplette Woche ruhen. Habe ich getan. Es ging mir nicht besser. Ich schlief nur noch..11h die Nacht und tagsüber auch immer wieder. Ich war fertig, ich hatte Angst nicht mehr hochzukommen, Angst mich noch weiter krank schreiben zu lassen. Tausend Gedanken drehten sich immer wieder. Keiner konnte so recht sagen was los war. Blutwerte so top in Ordnung wie es selten bei einer Frau ist und trotzdem hatte ich diese Erschöpfung und die Kurzatmigkeit. Übertraining wurde ebenfalls ausgeschlossen, schließlich hatte ich mein Training halbiert und das seit Monaten. Eine psychische Komponente..? Who knows.. Nach Weihnachten wurde es dann plötzlich wieder deutlich besser, auf der Hut bin ich trotzdem noch.

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Das ganze Rumliegen machte es nicht besser. Also fing ich mit kurzen Spaziergängen an, um nicht durchzudrehen. Jedes Mal danach musste ich schlafen. Also suchte ich wieder nach Reitbeteiligungen, nach etwas ruhigen, entspannten, etwas was meiner Psyche gut tut, schon immer gut getan hat, der Kontakt zu diesen Tieren. Schon nach Weihnachten konnte ich wieder im Sattel sitzen, war aber die ersten Male jedes Mal wieder im Eimer.

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Die Luft tat gut, bei der Stallarbeit ließ ich mir manchmal noch helfen. Es wurde wieder besser. Vorgestern konnte ich einen langen Ausritt über die Taunustrails machen. Und auch die ersten Läufe haben wieder stattgefunden, auch sie werden immer besser, ich muss nur die Kondition wieder aufbauen. Dennoch konnte ich diese unglaubliche Natur zur Zeit sehr genießen, sogar die Minusgrade.

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Blick vom Altkönig auf den Feldberg

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Ich ging wieder auf Märchentrail-Entdeckungstour. Es war einfach nur herrlich, auch wenn ich noch langsam machen musste!

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Wahnsinns Trails rund um den Sandplacken bei -6 Grad am letzten Tag von 2016

Das Jahres-End-Highlight– ist jedoch dieses hier: um 22h auf den Altkönig wandern, einen Sternenklaren Himmel erleben, am Lagerfeuer sitzen und das Jahr 2017 begrüßen! 

Besonders freut mich dass ich neben vielen Ultra Bekanntschaften auch –Harry Lange- kennen lernen durfte – wer weiß ob man nicht irgendwann einen verrückten Ultra zusammen läuft!

Freunde, ich bereue so gar nichts, auch wenn dieses Jahr teilweise leidvoll war, es hat mich bestimmt einiges gelehrt und es wird auch einige Neuerungen in 2017 geben – versprochen 🙂

— Jamie

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10 Gedanken zu “Crazy 2016 – ein Rückblick

  1. Wow, das ist ein wirklich schön bebildertes und aufregendes Jahr. Sicher mit unendlich schönen Eindrücken, die überwiegen, auch wenn es mal das ein oder andere Tief gab. Ich wünsche dir ein gesundes, neues Jahr mit vielen neuen Trainingserlebnissen. Alles Gute!

    1. Vielen Dank! Ja ich habe so viel erleben können und hatte so viele unterschiedliche Eindrücke, die gefühlt eigentlich gar nicht alle in 2016 hineinpassen. Tiefs gibt es immer mal, man muss nur Strategien entwickeln, um wieder herauszukommen und immer schön nach vorne schauen. Ich wünsche dir ebenfalls ein tolles, erfolgreiches 2017 – man liest sich 🙂

      1. Ganz lieben Dank!

        Ja, die Wochen und Monate waren wirklich mit vielen Ereignissen gespickt. Ich mochte auch deine Beiträge, wenn es mal nicht so gut lief. Du warst immer sehr positiv, deinen Weg weiter zu gehen.

  2. Wie gut das du nix bereust auch wenn es vielleicht dann doch des ein oder andere Mal etwas übertrieben hast 🙂 Aber hey, dein Körper meldet sich wenn es nicht mehr geht und wenn du auf die Signale achtest ist doch alles gut.
    Ein schönes und weiterhin wildes 2017!

    1. Ich würde vielleicht an der ein oder anderen Stelle Dinge einfach anders machen, aber Fehler passieren, man sollte nur daraus lernen. Für 2017 gibt es schon einen groben Fahrplan der mir momentan etwas geordneter und auch irgendwie vernünftiger erscheint. Aber wer weiß schon was für Verrücktheiten noch passieren? 😀

      Und danke dir – ebenfalls ein tolles 2017er (Lauf)Jahr für dich!

  3. Du wirst dich wundern..so schnell bin ich gar nicht mehr 🙂 Meine grobe Planung besagt, dass ich eventuell sogar schon beim RLT Rodgau Ende Januar starte. Dann ginge es weiter mit dem 52km Joker Trail, im Juni erneut den 88km K-UT und um den September herum entweder den Transalpine Run (TAR) oder etwas langes am Stück..100km +. Gerne auch im Ausland. Hatte mir schon Vietnam ausgeguckt, aber da war der Ultra innerhalb einer Woche ausverkauft :/ Also kann ich ja mal einen Ausruf starten: wer kennt einen tollen Ultra ab 100km irgendwo auf dieser Welt in diesem Zeitraum? 😀

    Was dazwischen noch so kommt, weiß ich nicht, mal schauen was mir so zufliegt!

  4. Das war ja ein wirklich sehr abwechslungsreiches Jahr für dich! Toll wie du diesen Beitrag gestaltet hast! Und mit deinem Knie ist auch wieder alles gut? Bei gehts auch wieder besser. Die vielen Übungen scheinen jetzt zu wirken.

    1. Hi Robert, irgendwie sehe ich deinen Kommentar jetzt erst, sorry! Danke für die Blumen 🙂 Ja meinem Knie geht es besser, aber es ist definitiv eine Schwachstelle. Ich baue seit Februar wieder langsam mit strukturiertem Training auf und hoffe mich dadurch nicht mehr zu zerschießen. Super, dass du zum Thema Knie auch wieder positiv berichten kannst!

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