Last man standing: Ich würde ja gerne wollen wollen, aber ich will nicht!

Dass ich diesen Beitrag überhaupt noch schreibe, nun damit habe ich selbst nicht mehr so ganz gerechnet. Fakt ist jedoch, dass er mir schon lange im Kopf herum schwirrte und verdrängen auch nicht half. Zumal es hier auch einige Leser gibt die mich schon darauf angesprochen hatten – also möchte ich dem Ruf mal nachkommen und hoffe es ist alles noch so präsent wie vor ein paar Wochen.

Georg und ich waren ja bereits letztes Jahr beim Another One bites the Dust in Belgien (in Weverode, da steppt der Trailbär) am Start gewesen und es war eine so heftig durchgeknallte Atmosphäre, dass wir gar nicht anders konnten als es nochmal zu tun. Vor allem wenn man weiß, dass dieser Lauf nur zur Belustigung aller Helfer der Legends Trails stattfindet, frei nach dem Motto „Schaut euch diese bekloppten an, die einen offiziell 5,9km Kurs laufen, der eigentlich 6,5km lang ist!“ Und das auch noch jede Stunde aufs Neue.

Warum eigentlich 5,9km? Damit man auch ja 28 Stunden unterwegs ist, um die 100 Meilen gewertet zu bekommen. Dieses Event ist sozusagen auch ein Wertungsrennen für weitere Veranstaltungen der Legends Trails, sofern man eben diese 28 Stunden seine Runden gelaufen ist. Was aber nicht heißt, dass andere Events dieser Formate irgendwie angenehmer wären… Wer auf Rosinen und Chips am VP steht, gerne mal 80km durch Schlamm und Matsch die Berge rauf und runter kriechen möchte, 250km mit ausreichend (vier!) VPs durch unwegsames Terrain, oder sich 2020 gleich 500km durch die belgische Prärie schlagen möchte, der ist hier wirklich gut aufgehoben. Und das alles völlig abseits vom Mainstream – eben eine Challenge der besonderen Art.

Reicht im Zweifel für zwei Tage Bekloppt-sein.

Dieses Mal fieberte ich auf kühlere Temperaturen hin und weniger feuchte Nässe in der Nacht, mehr Schlaf davor und eine bessere Vorbereitung was Equipment und Co. betraf. Das alles ging so in Teilen auf. Das Wetter war mal kühler und mal heißer. Trotzdem hatte es keine 37 Grad am Anreisetag, wie es im letzten Jahr der Fall gewesen war, sodass wir mal nahezu nicht komplett durchgeschwitzt am Ort des Geschehens ankamen. Ich hatte sogar eine Jacke dabei, weil ich wusste wie kalt es nachts werden konnte, vor allem wenn aus welchem Grund auch immer, sowieso alles nass ist.

Läufercamp: in Sachen Zelt hatten wir nicht dazu gelernt – nach wie vor existierte nur unser Kinderzelt (Mitte des Bildes)

Ich war ausgeruht, hatte keine körperlichen Mimimis und sollte in der Lage sein, weiter zu kommen als die kläglichen 105 Kilometer des letzten Jahres. Ich bin ja schließlich um ein Jahr und mehrere Ultras in Sachen Erfahrung bereichert worden. Also hieß es nur noch vor sich hin dämmern, gut essen, schlafen und den Schnaps von Patryk, Michael und Cara ausschlagen (mitunter das Gros der wenigen Deutschen auf dieser Abschussveranstaltung). Die hatten nämlich auch gut vorgesorgt und wohl aus dem letzten Jahr ebenfalls ihre Erkenntnisse gezogen: Ohne Alkohol geht hier schon mal gar nichts!

Auch Stef war dabei diesmal alles besser zu machen – die Siegertrophäe beinhaltete keine leere Klebstoffverpackung mehr, wie er Georg und mir stolz präsentierte. Auch aus dem ehemals kleinen Starterfeld schien im Gegensatz zum Vorjahr eine Massenveranstaltung geworden zu sein. Es erschien eher wie ein großer Campingplatz mit einer Startbox, in die vielleicht gar nicht alle Läufer passen würden. Um es kurz zu machen: es war echt viel los und ziemlich laut. Das ganze wurde garniert mit Kindergeschrei, Hundegebell und Musik. Schlafen war nur unter großen Meditationskünsten möglich. Und dann gab es da auch noch die Personen die ihre Katze mit zu dem Spektakel brachten. In einer Transportbox, die auch meinem Hund hätte gehören können. Ziemlich grotesk und zeitgleich irgendwie zum Schreien, so in der Gesamtsituation betrachtet.

Ja, es ist eine Urne.

In Sachen „Vorbereitung“ lasse ich einfach noch ein paar Bilder sprechen – schließlich hat jeder Läufer so sein(e) Vögelchen und die müssen gewürdigt werden. Aber eins noch: es gab tatsächlich eine beinahe ritterlich anmutende Tafel, die mit mehreren Mann in das Geschehen getragen wurde. Schön barock, schönes geschnitztes Holz, sehr rustikal. Angemessen für einen solchen Tag, absolut!

Dies (weiße Tüte) war mal eine Tüte eines großen Elektrofachmarkts. Wir sind auf jeden Fall Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit bzw. Wiederverwendung, und das über Jahre!
Wenn Mama nicht gewillt ist, 15 Nutella-Stullen zu schmieren, macht man es eben selbst.
Persönliche Sitzgelegenheiten sollten auch als solche zu erkennen sein.

Kurz und gut: alle fühlten sich (fast) wie zu Hause. Schön, oder? Genug Ablenkung, um bis zum Start um 20 Uhr durchzuhalten. Aufgeregt war ich kaum, ich wollte es nur „besser“ machen als im Vorjahr, wollte gleichzeitig aber auch nicht zuviel Druck in die Sache bringen. Dass 99% der Läufer ein DNF bekommen würden war ja sowieso klar und es interessierte auch keinen so sehr wie einen persönlich, ob man nun 10 Kilometer mehr oder weniger weit kommen würde. Im Zweifel strich man sich einfach wieder von der Liste, um sich aus dem Rennen zu nehmen. Gleichzeitig gab das einen guten Überblick für alle die noch Beteiligt waren. Mental zermürbend, oder aber auch nicht – das blieb jedem selbst überlassen.

Natürlich waren zum Großteil wieder die üblichen Verdächtigen mit dabei, aber auch viele neue Gesichter.

Der Start verlief für mich mit einem Kribbeln und im Gleichschritt mit Georg, wenn man das anfangs überhaupt Gleichschritt nennen konnte. Wegen nun über 100 Startern gab es einen kleinen Stau auf dem schmalen Weg. Also blieben wir erstmal hinten und gingen in kleinen Schritten hinterher, bis wir auf dem Feldweg endlich auch ins Laufen kamen.

„War hier letztes Jahr ein Anstieg?“ Ja das war der Fall. Nur bemerkten wir ihn diesmal nicht mehr, aber mit der Zeit würde er schon wieder präsent werden, da war ich mir ziemlich sicher. Reihte man sich weiter hinten ein, war walken erstmal vorprogrammiert, späteres Überholen erwies sich für mich immer wieder als sehr kräftezehrend, da der Untergrund ständig wechselte und man eigentlich immer wissen musste, wo sich die eigenen Füße gerade und im nächsten Schritt befinden würden. Im folgenden Video seht ihr den Start von Runde 2, mit ein paar sehr übermotivierten Kühen zu unserer Linken 😉

Leider habe ich es nicht geschafft das Video im Nachhinein zu drehen – ich bitte um Verzeihung 😉

Zu meiner absoluten Überraschung eröffnete sich etwa einen Kilometer später Felder und Wiesen die absolut nicht gemäht oder zumindest gekürzt waren. Das zum Thema Vorbereitung. Darauf kann man sich kaum vorbereiten. Ich rede hier nicht von einer hübschen Blümchenwiese oder wadenhohen Gras, was man schnell mal platt getrampelt hat. Oh nein. Ich spreche von Mannshohen Gräsern, Disteln, Sträuchern und stellenweise massig Brennnesseln. Ich selbst gehöre nicht dem Zwergenvolk an und wurde dennoch von diesem Bodendschungel fast verschluckt.

In der ersten Runde dachte ich immer wieder, das wird schon wieder werden. Gleich hört es auf. Gleich kommt jemand mit der Sense. Gleich kommt ein anderes Feld. Nada. Meine Beine juckten schon nach ein paar Sekunden wie die Hölle, ich darf an dieser Stelle kurz darauf hinweisen, dass ich total allergisch auf solche Auswüchse der Natur bin. Nicht nur über die Luft, nein wie sollte es als Naturliebhaber auch anders sein, natürlich auch über die Haut. Da muss sich der Beifuß noch nicht mal mit Mordabsichten um mein Bein geschlungen haben, es reicht eine zarte, beiläufige Berührung. Das gleiche gilt für Brennnesseln. Sie brennen nicht, sie sind für mich der Tod mit grünen Haaren und der juckt bis auf die Knochen.

Herausforderung 2: Man sah den ohnehin schon unebenen; löchrigen Boden nun gar nicht mehr. Laufen ohne umzuknicken war ein Glückspiel. Ich versuchte mich wie eine tänzelnde Trailballerina an den ganzen Wucherungen vorbeizutänzeln. Rennen war für mich in diesen Gräsern eigentlich ein Energiekiller. Also ging lauf-wanderte ich immer wieder, bis ich wieder zu Georg aufschloss und es endlich auf die letzten 3,2 Kilometer kam, die durch eine Schotter- und Kopfsteinpflaster-Allee eingeläutet wurde, bevor es in den Wald und auf Trails ging.

Es hatte definitiv zu viel geregnet (zumindest für diesen Lauf) oder die Bauern hatten gestreikt und wollten nicht die Felder kürzen. Wie dem auch sei, mir versetzte das kurz einen Schlag in den Magen. Und ich brauchte ganz schnell irgendwas für die Beine… Georg hatte zum Glück Calf guards dabei, die ich ab Runde 2 dankend annahm.

Im Gegensatz zu letztem Jahr hatte ich keinen Muskelkater, dafür erschien mir das ganze irgendwie anstrengender als Gedacht. Danke liebes Gras. Danke lieber Körper, dass du es nicht magst. Aber wisst ihr was? Wir machen jetzt alle schön weiter!

Anstieg zum Dorf
Vom Anstieg ins Dorf

Nach den Trails ging es einen Anstieg hinauf ins Dorf. Die Häuser waren neben den Feldern, die Sonne ging langsam unter, ein wahnsinns Licht… einfach nur wunderschön, ich nahm mir Zeit für ein paar Bilder und Videos, die ihr hier gerne bestaunen dürft.

Rennen oder nicht rennen, das ist hier die Frage

Mein allseits gefürchteter Schwebebalken war zum Glück optisch frei schwebend, da das Schilf zum Glück wieder hoch gewachsen war, was den Balken geschickt umsäumte und ich damit meine Höhenangst etwas minimieren konnte. Mir wurden nämlich Bilder zugespielt, die zeigten dass der Balken nackig gemacht wurde. Das war meine größte Angst gewesen! Und dann kommt sowieso immer alles anders. Stichwort: Gras. Ok, genug von Gras.

Wir schlenderten nach dem Balken wieder über das Feld und trotz dem ganzen Schlamassel, hatte ich noch einen Sinn für das Schöne dort und auch für uns, als Trailpärchen natürlich.

Nach etwa 50 Minuten waren wir im Camp angekommen, die Lichterketten waren schon installiert und leuchteten irgendwie romantisch vor und auf dem Platz.

Die zweite Runde starteten wir weiter vorne und das blieb auch die einzige Runde, bei der ich mein Handy mitnahm um euch mal zu 85% die Strecke zu zeigen, vor allem gefilmt habe ich viel. Wenn ihr mögt klickt ihr hier unter dem Text, die Videos sind zusammengehörig was die Strecke betrifft.

Nach einem Kilometer vom Start bis zum Feld
Teil 2
Georg hat auch mal kurz gefilmt 😉
Teil 4
Teil 5: Das Dorf
Teil 6: Zielgerade

Gleichzeitig war das eine sehr flotte Runde, weil wir im ersten Drittel mitliefen und ich da vor allem in den hohen Gräsern echt Gas geben musste, aber die Wadenkompression rette mich, obwohl trotzdem einige Pflanzen durchkamen. Es ist ja auch viel Kopfsache, zu wissen, die Dinger können einen jetzt eigentlich nicht mehr berühren.

Also rannten wir durch und ich hatte das Gefühl, dass ich jetzt endlich im Laufmodus angekommen bin. Es blieb mal wieder leicht zuviel Zeit bis zum nächsten Start zu voller Stunde, wir reden in dem Fall von etwa 20 Minuten. Man kühlt aus, im Zweifel wird man müde, der Körper fährt runter. Das sind die Dinge die es jedes Mal aufs neue zu kalkulieren gilt. Es geht nicht darum, ob man nach 35 Minuten oder nach 50 im Zielbereich ist, denn die Zeit dazwischen macht die Musik, für den einen mehr für den anderen weniger.

Ich aß die ganze Zeit, mal Chips, Knabberkram, Doppelkekse und anderen Schweinkram, sowie Literweise Cola. Jede Runde suchte ich mir etwas aus, oder aß alles durcheinander. Im Gegensatz zu letzten Jahr wollte ich mir das rumgewürge in der Nacht sparen. Und geschlafen wurde auch nicht, keine zwei Minuten. Ok.

Also wieder los zu Runde drei. Mein primäres Ziel: Sonnenaufgang. Yippieh. Bis dahin waren es noch etwa 7 Runden (hört sich lächerlich an, was?) Aber eben auch 7 Stunden. Nur wer sich traut liest jetzt folgenden Satz: für 10 Stunden bekommt man bloß 60km geschenkt. Darüber sollte man nicht nachdenken, denn erst ab dann fängt das Rennen ja irgendwie an. Dann wenn immer mehr Leute austreichen, dann, wenn es stiller wird, sich jeder auf seinen fancy chäir plumpsen lässt, schwach um eine Cola bittet… Ja dann vielleicht.

Eine unglaubliche Müdigkeit erreichte mich schon um Punkt 23 Uhr. Eine Stunde zuvor hatten wir schon unsere Stirnlampen parat und nun liefen wir durch die Nacht. Die hohen Gräser wurden feuchter, meine Beine nasser. Ein trügerisches Gefühl, das kühle Gras auf den verquollenen Beinen zu fühlen, die immer noch juckten als wollten sie dass ich mich gleich in Stacheldraht wälze. Die Pollen, Blüten und was auch immer, konnten so noch besser an meinen Beinen haften und mich auf den Asphalt begleiten. Lovestory vom Feinsten.

Zumindest das Wetter war angenehm, ich fror nicht und schwitze auch nicht so stark, dafür schnürte mir meine Allergie immer mehr die Luft ab. Meine Medikamente wollte ich nicht stündlich nehmen müssen, also war meine Renntaktik eigentlich mehr eine Allergietaktik. Ich ignorierte es so gut es ging, konzentrierte mich auf schöne Dinge, inhalierte High5 (Koffein), sprach mit Georg, der ebenfalls mal wieder mit einem Mimimi-Fuß an den Start gegangen war, jedoch plötzlich oder durch mein Wundertape(?) schmerzfrei laufen konnte.

Ich wollte nur abspulen, einen neuen Tag erleben, um auf die 100 Kilometer zuzusteuern. Während ich das hier schreibe, werde ich schon wieder elendsmüde. Eine andere Crux war, dass wir nicht wie letztes Jahr gleichmäßig und stoisch unser Tempo liefen. Wir hatten Minutenzeiten an mehreren Ecken, Häusern und Bäumen die wir immer exakt eingehalten hatten. Diesmal ging das irgendwie nicht, es war einfach anders. Keine festen Wander- oder Laufstellen mehr und das machte mir zu schaffen. Vielleicht.

Ab hier noch ca. 2,5km

Ich spürte die Leichtigkeit vom letzten Jahr nicht mehr. Der ein oder andere wird jetzt aufhorchen und sagen, dass ich das dieses Jahr öfter mal geschrieben habe. Und ja es stimmt. Und ich wusste und weiß auch, dass die Luft für dieses Jahr für richtige Ultras raus sind. Es sollte mein letzter langer Wettkampf ohne Erwartungen werden. Wahrscheinlich freute ich mich mehr auf die Zeit danach, als auf die Zeit dabei. Manchmal ist das Paradox. Auch der Zauber des Anfangs weicht natürlich. So toll wie beim ersten Mal ist es meist nur beim ersten Mal.

Ich versuchte Spaß zu haben, denn im Prinzip ging es mir ja nicht schlecht, nur mein Körper wurde immer erschöpfter durch die Allergie, die ich mit Medikamenten zu unterdrücken versuchte. Ich merkte Runde um Runde wie es sich manifestierte und merkte auch, dass ich keine 100km schaffen würde. Als die Sonne aufging fühlte ich mich zunächst besser, aber selbst die Aussicht auf 10 Runden für 60 Kilometer erschien mir lächerlich und wertlos.

Tricky Trail zum Schwebebalken (was man hier nicht sieht, ist trotzdem da..)

Doch Georg akzeptierte kein Aussteigen. Ich wurde immer langsamer, bekam wieder diese irren Kreislaufprobleme wie beim JUNUT und die Sache mit den Augen, verlor noch mehr den Flow, hatte weder Spirit noch Kraft, schleppte mich nur so dahin und wusste, dass ich nach Runde 10 und 68km auf meiner Uhr, raus aus der Sache sein würde.

Endlose Felder die wir jede Runde ins Ziel gewandert sind

Es waren einfach auch noch viele Läufer im Rennen, es schien, als würde all das kein Ende nehmen. Ich wankte die letzten Kilometer mit einer Träne im Auge über das Feld, völlig fertig, übermüdet und fragte mich doch wie das nur sein kann. Georg meinte ich soll noch eine Runde probieren. Mir war in diesem Moment so klar, dass ich sie im Zeitlimit nicht mehr schaffen würde. Ich kam nicht mehr hoch.

Ich vermisse die Ultras, in denen es mir genau so dreckig ging und ich wieder aus diesen Löchern herauskam. In letzter Zeit ist es kein Loch mehr, es ist ein Strudel, der mich bis ganz nach unten zieht und nicht mehr freigibt. Wie immer, schwierig zu beschreiben, was genau ich fühlte, aber da war einfach nichts mehr was mich hätte weitermachen lassen. Ich bekam keine Energie mehr rein, selbst das Brot gab mir nur einen kleinen Boost, mir war nicht schlecht, ich war nur schwach.

Ich kam in 58min ins Ziel, sodass Georg nur noch 2min bis zum nächsten Start hatte. Sorry for that…

Ich schaffte es nicht mal mich sofort auszustreichen und war auch nicht in der Lage sofort zu duschen. Ich weiß eigentlich gar nicht mehr was ich noch gemacht habe, bis es wieder ging und ich in der Dusche stand, die immer wieder brühend heiß oder eiskalt war.

Der Platz wurde immer nasser und ekliger. Die Läufer liefen weiter. Überall knatschte das Gras, auch unter meinen Flipflops. Schon bald sprühte man im Startbereich Wasser von oben auf die Läufer. Es wurde immer heißer und heißer. Ich schlief für 10-20min mehrere Male im Zelt ein, musste aber immer wieder Pinkeln und irgendwann war es zu heiß um im Zelt zu liegen. Dann war da noch Georg, der ein wenig Betreuung brauchte. Auch er war nicht so gut drauf und würde wohl bei 100km aussteigen.

Manchmal weiß man nicht genau was es ist, aber manchmal ist es für die meisten aus unergründlichen Gründen gleich hart oder es stellt sich eine null Bock Stimmung ein. Auch Michael Mankus und Cara (die jedoch so weit wie noch nie gelaufen ist) warfen mit mir das Handtuch. Patryk dagegen hatte die Ruhe weg und spulte einfach ab, sodass er den Checkpoint der 100 Meilen erreichte – Wahnsinn bei den Bedingungen!

Vielleicht muss ich beim nächsten Mal einfach auch Alkohol trinken, dann wird es sicher besser 😀

Georg hat wie erwartet die 100km voll gemacht, wir haben uns Essen reingehauen was ging und sind dann aufgrund meines immer schlimmeren Allergieanfalls tatsächlich bei 37 Grad ins Auto gestiegen, mit kaltnassen Handtüchern um den Hals, weil die Sache mit der Klimaanlage in Georg’s Supercar natürlich immer noch nicht funktionierte 😀

3,5h später im völligen Delirium hieß es nochmal duschen, dann schlafen und am nächsten Morgen dick brunchen. Ich finde wir haben alles richtig gemacht, denn wenn man die Entscheidung auch am nächsten Morgen nicht bereut hat, dann war es die richtige. Zumindest ist das meine Meinung 🙂

Und so wurde der Satz geboren: Ich würde ja gerne wollen wollen, aber ich will nicht!

— Jamie

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