Rückblick 2019

„Besser nie, als spät“ – das waren meine Gedanken dazu, einen Blogpost mit Rückblick auf 2019 zu verfassen. Losgelassen hat es mich wie ihr seht trotzdem nicht, sodass ich nun wieder bei „Besser spät, als nie“ angekommen bin.

Es war ein komisches Jahr, dieses 2019. So merkwürdig, dass ich fast nicht fähig bin es für mich ordentlich zu reflektieren. Ich hatte große Ziele und bin mehr als nur einmal an meinen Vorhaben gescheitert. Ich kam immer wieder an die Limitierung meiner selbst und an eine Erkenntnis die mir so gar nicht schmeckt: Ich stehe mir selbst im Weg.

Wenn einen etwas stört oder man mit Dingen / Umständen nicht leben kann, dann muss man es früher oder später ändern. Dinge die man nicht ändern kann, sollte man lernen zu akzeptieren. Das bedeutet einen Prozess, der meiner Meinung nach niemals völlig abgeschlossen ist. Oft weiß ich nicht genau, was ich hinnehmen muss und was in der Macht meiner Veränderung liegt.

In diesem Jahr habe ich gemerkt, dass es nicht mein Körper ist, der sich gegen mich stellt. Es ist mein Geist. Damit stellt sich die Frage, inwieweit man seine Psyche verändern kann. In der Theorie bin ich mir über jeden kleinen Gedanken in die eine oder andere Richtung total klar. Gedanken führen zu Gefühlen. Wenn ich meine Gedanken steuern kann, dann bin ich in der Lage meine Gefühle zu verändern.

Was aber, wenn es ein Selbstläufer ist? Wenn alles schon buchstäblich mit in die Wiege gelegt wurde und man eine Grundlage lebt die von einem Automatismus gesteuert wird? Man sich dessen bewusst ist, aber es nicht ändern kann?

Alles was mir aktuell dazu einfällt ist: Druck rausnehmen. Was aber auch einfacher gesagt als getan ist. Ich bin ein Mensch mit einer hohen Grundnervosität, beinahe unfähig eigenmächtig abzuschalten und immer von irgendetwas getrieben. Meist gepaart von der Aufmerksamkeit eines Goldfischs. Beinahe Angst davor, sich auf etwas einzulassen was Zeit erfordert. Wie zum Beispiel das Schreiben dieses Beitrags oder meiner Arbeit als Instructional Designer (zum Beispiel das lähmende Gefühl vor einem leeren Blatt zu sitzen). Das zu händeln gelingt mir oft nur, indem ich mich damit konfrontiere. Meistens ist nur der Anfang unangenehm und das Gefühl entsteht, doch etwas zustande zu bringen.

Dann ist da noch das Laufen. Es ist nicht so, dass es mir keinen Druck bereitet – aber auch hier ist es wieder so wie mit allem: man muss es einfach tun, damit überhaupt Druck abgelassen werden kann. Die Angst davor Ziele zu haben ist beinahe genau so groß wie das Glück sie tatsächlich zu erreichen. Das zu wissen erleichtert mir aber den Weg dorthin. Mittlerweile kann ich mit großer Wahrscheinlichkeit sagen, dass ich mich nach dem Laufen immer besser fühle als davor. Manchmal auch stärker. Manchmal nachdenklicher. Manchmal beschissen.

Wenn ich laufe denke ich nur an eines: an nichts. Ansonsten ist mein Kopf regelmäßig ein ratterndes Gedankenkarussell, welches sich nur durch bewusste Fokussierung und Atmung drosseln lässt. Je länger oder intensiver der Lauf, desto mehr Ruhe habe ich danach. Ein wahrhaftiger Grund, weshalb ich in das Ultralaufen geraten bin. Die Möglichkeit meinen Kopf mehr als 24h durch reine Bewegung zu kontrollieren ist bisher die beste die mir untergekommen ist. Gleichzeitig haben Ultras und das Training dafür, Türen und Tore in meinem Unterbewusstsein geöffnet, mit denen ich lernen musste zu kooperieren.

Das Laufen und ich sind, glaube ich, eine Zweckgemeinschaft. Ich bekomme ab und an den Flow, den ich im Alltag nur schwer erreiche, eine zufriedene Erschöpfung, mentale Stärke, Gesundheit und gebe im Gegenzug meine Zeit, meine Beine und meine Gedanken frei. „Ein Mittel zum Zweck“ ist wahrscheinlich das Unromantischste was es gibt. Und es ist auch nicht das wofür der #runhappy Hashtag erfunden wurde. Jedoch, wenn ich das alles herunterbreche ist es genau das.

Was nicht heißt, dass mich die Natur um mich herum kalt lässt oder dass es mir egal ist, wie nah ich meinen persönlichen Idealen komme, um eine Platzierung kämpfe oder das absolute Gefühl nur im Hier und Jetzt zu sein, nichts bedeutet. Ganz im Gegenteil!

Des Weiteren habe ich ein paar Entscheidungen getroffen, wie zum Beispiel, meinen Sponsor Dynafit aufzugeben. Auch Social Media habe ich überdacht und überdenke es noch immer, jeden Tag aufs Neue. Wenn ich etwas poste, möchte ich darauf achten weniger oberflächlich zu sein. Das ist etwas, was mich sowieso schon immer sehr an instagram und Co. gestört hat, weswegen ich tatsächlich nur etwas veröffentliche, wenn ich wirklich Lust darauf habe und nicht, um einen ominösen Algorithmus zufriedenzustellen. Gleichzeitig erlaubt es mir eine Bilanz zu ziehen und auch das Jahr nochmal visuell zu rekapitulieren.

Also: Here we go!

Januar (334,3km 34h 54min 7.807hm)
Die Ziele für 2019 waren gesetzt. Mein zweiter Versuch über die 100 Meilen zu kommen legte die Basis für mein Training. Wer sich maßgeblich an der Trainingsbasis beteiligte, war Georg. Mir fällt es schwer mir selbst einen Plan aufzuerlegen, an den ich mich dann auch halte, denn es fehlt mir an Zuversicht, Knowhow und Selbstvertrauen bei sowas auf mich selbst zu vertrauen, sodass ich sowas gerne abgebe. Da wir die gleichen Wettkämpfe verfolgten haben wir natürlich oft unsere Läufe gemeinsam abgespult.

Um nicht vollkommen in den Ultra-Trott zu verfallen, gab es immer noch Bergsprints und Crossläufe. So beispielsweise der Cross in Goldbach. Das Wort „Cross“ ging bei mir irgendwie unter, sodass ich (mal wieder) in Straßenschuhen am Start stand und überrascht über die Höhenmeter war. Genauso überrascht war ich dann aber plötzlich über meine Qualitäten im finalen Downhill (unter 4min) und der Tatsache, dass ich dadurch meine Verfolgerinnen abschütteln konnte. Insgesamt war der Lauf wieder ein Beweis, dass sich mein mäßiges Körpergefühl davor überhaupt nicht mit dem Laufgefühl während dem Rennen gedeckt hat. Daher bin ich mittlerweile der Meinung, dass man jeden Wettkampf und jedes Training einfach probieren sollte, da es oft anders kommt als man denkt.

Weniger gut lief der 8000m Suppenschüssel-Cross (als zweite Einheit). Ich war einfach nur müde und fertig. Die 67km Schindertrail waren dafür recht solide und eröffneten nochmal alle Arten von Schnee. 6 Kilometer vor dem Ziel einen Sprint mit der 2. und 3. Frau anzuzetteln hätte ich mir auch nicht träumen gewagt. Aber dann kam wieder das Gefühl innerer Leere und absoluter Erschöpfung, sodass mir die Platzierung 2000 Meter vor dem Ziel mehr als nur egal war, zumal ich die Sommer-Edition bereits gewonnen hatte.

Zudem erfüllte ich mir einen Wunsch: ich ließ mir ein (für mich) sehr bedeutungsvolles Tattoo stechen. Selbst gezeichnet und über zwei Jahre überlegt.

Februar (369,6km 41h 59min 9.769hm)
Die nächsten Tage fühlte ich die Belastung des Ultras noch deutlich in meiner Lunge. Der Tiefschnee im Taunus machte es nicht gerade leichter, aber mehr Winterwonderland ging einfach nicht. Darauf folgte eine Woche über 160km, die mit einem Longtrail mit Georg im Odenwald endete und uns für den Tag rund 1700hm beschehrte, die wir meistens kletternd erreichten. Das ich Höhenangst habe, spielte dabei keine Rolle, abrutschen und Stürzen war nämlich keine Option. Dennoch machte ich die Erfahrung, dass trotz immer mehr Umfang die Leichtigkeit zurückkam und ich an der Herausforderung wuchs, obgleich ich mir noch immer keine 100 Meilen am Stück vorstellen konnte.

März (503,9km 57h 24min 11.944m)
Der wohl umfangreichste Monat meiner gesamten kleinen Läuferkarriere. Aber auch einer an dem ich irgendwie gewachsen bin. Im Prinzip bin ich jeden Tag einen Halbmarathon mit mindestens 400hm auf Trails gelaufen. Longruns kamen an die 50km mit vier mal so vielen Höhenmetern. Die meiste Zeit war ich dabei mit mir alleine. Daneben einen Vollzeitjob und doch funktionierte das alles richtig gut. Ich stellte mir auch gar nicht mehr die Frage des Sinns, es wurde ein gewisser Automatismus und die Ehrfurcht davor am Ende eines jeden Tages nochmal 20 Kilometer zurückzulegen, verschwand fast vollkommen. Dazu gehörten auch Einheiten die ich nur mittels Speedhiking zurücklegte, also sowas wie 25km / 4 -5h mit Gepäck. Mitte des Monats kam es dann zu einer Peakwoche mit über 180km, davon legten Georg und ich jeweils 60km an zwei aufeinanderfolgenden Tagen auf dem Steig am Edersee (Urwaldsteig / Diemelsee) zurück. Dafür ließen wir uns jeweils 8-10h Zeit. Wir kamen in der Dämmerung zurück und zwischen diesem und dem nächsten Lauf lagen tatsächlich nur wenige Tätigkeiten: duschen, essen, schlafen. Die Erfahrung nach einem Ultra noch einen Ultra zu laufen hat mich währendessen kurz zerstört, letzten Endes aber beflügelt. Einmal habe ich etwa drei bis vier Kilometer ständig Äste auf, in und an meinen Schuhen gehabt, weshalb ich in Tränen ausgebrochen bin. Danach zogen wir uns mit Publikum mitten auf der Straße um (egal ist, wenn alles scheiß-egal ist) und saßen wir noch über zwei Stunden im Auto, ehe wir endlich wieder zu Hause waren. Es folgte ein Ruhetag und der Wahnsinn ging weiter.

Teil des Diemelsteigs

April (340,8km 41h 59min 7.610m)
Dieser Monat stand vollends im Zeichen von Allergien und Asthma und trieb mich in die Verzweiflung. Wenn man plötzlich im 6er Schnitt einen 190er Puls hat und das Gefühl hat man erstickt, dann hat man einfach keinen Spaß mehr. Ich war so frustriert wie lange nicht mehr. Am 5. April lief ich an den JUNUT und kam genau 141km und knapp 4000hm weit. Wieder scheiterte ich an mir selbst und war mental so runter wie noch nie zuvor. Es kostete mich einen Monat, ehe mich spontane Heulkrämpfe verließen. Es war nicht das DNF, es war irgendetwas anderes, was ich noch nie zuvor erlebt hatte. Ich hatte tatächlich Angst, dass ich nie wieder Freude am Laufen haben würde. Zum Glück war das ein Trugschluss. Zwei Wochen später war ich das erste Mal seit Ewigkeiten mal wieder mit Marisa auf der Bahn, 200er laufen. Leider musste ich mein Vorhaben wieder schneller zu laufen unterbrechen, da ein Allergieanfall den nächsten jagte.

Mai (212,8km 24h 47min 5.704m)
In 2018 lief ich erstmals den Bärenfels-Ultra und der lief wider Erwarten so gut, dass ich allen Frauen davonlaufen konnte. So hoffte ich auch dieses Mal auf eine spontane Abwesenheit von Pollen und Co., aber leider lief es so richtig schief. Mein Kopf hätte kein weiteres DNF mehr vertragen und so prügelte ich mich durch die einsetzende Sommerhitze, mit Schnappatmung, blauen Lippen und absolut keinem Spaß. Danach legte ich mir ein Cortison-Spray zu, was die Sache teilweise etwas entschärfte. Die Trailläufe mit dem OCR waren Balsam für die Seele. Dennoch war dieser Monat ein ständiger Trial and Error. Jeder Tag war ein erneuter Versuch und ich brauchte viel innere Gelassenheit, um über die Umstände nicht verrückt zu werden. Gegen Ende des Monats kam dann Mori in mein Leben. Ein Leben ohne Tiere – das hatte für mich auf Dauer noch nie funktioniert. Einen ganz eigenen Hund hatte ich noch nie besessen und ich hegte den Wunsch auch beim Laufen eine kleine treue Seele an meiner Seite zu haben. Diese Wunschgedanken wurden plötzlich schneller Realität als ich mir das vorgestellt hatte, ich wurde nahezu von der Organisation überrumpelt und auch etwas unter Druck gesetzt, was ich rückblickend alles andere als professionell empfinde. Dennoch war mein Bauchgefühl absolut richtig, sodass aus dem kleinen Nervenbündel ein richtiger Traildog geworden ist und mühelos mit mir alle Umfänge mit großer Freude mitläuft. Sie tut mir unglaublich gut und hält mir sooft vor Augen, wie man im Moment lebt und diesen genießt.

Bärenfels-Ultra
Mori

Juni (390,4km 49h 55min 8.465m)
Zusammen mit Mori bin ich die erste Zeit wahnsinnig viel gewandert, ehe aus dem Wandern irgendwann richtiges Laufen wurde. Ich habe mir die Zeit genommen und hatte sie auch, zumal ich dank der Allergien sowieso ausgebremst war. Als ich wieder mit Wiederholungen am Berg einstieg musste ich anfangs noch kreativ werden, ehe Mori solche Einheiten mit mir mitlaufen konnte. Mittlerweile komme ich nicht mehr hinter ihr her 😉 Tobi’s Marathon-Geburtstag fand auch noch ohne Hund statt, war viel zügiger als von Georg vermutet und beinhaltete 1100hm auf den Trails bei Groß-Umstadt. Die Hitze spitzte sich im Allgemeinen immer mehr zu und machte mir zusätzlich sehr zu schaffen. Ein richtiges Ziel hatte ich erstmal nicht mehr vor Augen, zumal Mori lange Zeit mein Tempo bestimmte. Das ganze gipfelte dann beim Last Man Standing in Belgien, mit mannshohen Gräsern, extremer Hitze und Kontaktallergien auf die Natur, sodass ich nach 65km frühzeitig das Handtuch warf. Zudem spürte ich deutlich wie sehr ich mental noch immer angeschlagen war und ich auch körperlich reagierte. Es fühlte sich nach einer Befreiung an zu wissen, dass es nun keine Planung für einen weiteren Ultra mehr gab.

Last Man Standing

Juli (310,8km 33h 12min 6.089m)
Im Juli wurde das Thema Allergie dann wieder etwas besser, sodass ich wieder versuchte am Tempo zu arbeiten und einfach mal wieder 30km im Flachen zu laufen. Es stellte sich heraus, dass ich einfach nichts mehr gewohnt war, sodass ich diese Wochen als recht zäh erlebte.

29km, 35 Grad

August (326,8km 40h 4min 7.987m)
Der wohl grauenhafteste Monat des Jahres. Mori lief bei einem Bekannten weg und tauchte erst Tage später wieder bei mir auf. Die Sache mit der Bindung zu mir schien geklärt… Ich jedoch bin psychisch erstmal zusammengeklappt, wurde krank und hatte zeitgleich eine hässliche Bindehautentzündung. Dass ich jemals eine so enge Bindung zu einem Tier haben würde, hätte ich niemals für möglich gehalten. Mein „Training“ bestand vor allem aus „Such-Läufen“, Wilkamera-Montage und Futterstellen-Betreuung. Wir haben alle mehr Glück als Verstand gehabt! Zuvor lief sie ihre ersten 40km Trail mit uns mit. Einzig bei Intervallen auf der Bahn ließ ich sie natürlich zu Hause.

September (238,2km 28h 51min 4.817m)
Mit diesem Vorfall hatte sich der geplante Irland-Urlaub und 93km Kerry Way-Ultra übrigens direkt für mich erledigt, denn Mori tauchte in der Nacht vor dem Flug wieder auf. Was für ein Mensch wäre ich, hätte ich sie direkt wieder abgegeben… Also stand dieser Monat im Zeichen der Erholung und etwas herum-kränkeln. Ich habe tatsächlich sehr lange gebraucht, bis ich mich wieder fit und bereit für neue Ziele fühlte.

Oktober (302,9km 33h 51min 8.178m)
Der Oktober schuf den Übergang zu einem neuen Abschnitt und einer neuen Entscheidung bezüglich meiner Ziele. Ultras laufen kann ich später immer noch und auch die 100 Meilen waren vielleicht einfach zu früh für mich. Schneller werde ich auf jeden Fall dadurch nicht mehr, jünger ebenfalls nicht. Die letzten Monate ohne strukturiertes Training hatte mir nur eines gezeigt: ich bin unzufrieden ohne Plan und Ziel. Dank laufenhilft.de bekam ich relativ schnell wieder ein Gefühl wie es ist, wenn Training wieder Sinn macht und die Läufe wieder schneller werden. Ziemlich zeitgleich verbrachte ich mit Marisa eine schöne Zeit in den Bergen bei Andelsbuch und konnte nochmal ein paar Höhenmeter sammeln, sowie den ersten Schnee bewundern. Einen letzten 50km Traillauf inklusive Mori (jetzt ein Ultra-Dog), gab es aber noch und der lief ebenfalls richtig locker.

50km auf Taunustrails mit mehrfach Ironman (hintereinander!) zu meiner Linken

November (308,4km 32h 39min 5.800m)
Die ersten Wochen waren ziemlich anstrengend für mich, da ich recht schnell merkte wie sehr mich der Ultra-Schlappschritt eingenommen hatte. Einen kleinen Abschied (auf Zeit) gönnte ich mir jedoch noch mit dem KiLL50 in Hildesheim: 80km auf zerstörten Trails durch die Nacht. Hier spielte endlich der Kopf wieder mit und es ging mir die zehn Stunden so gut wie schon ewig nicht mehr bei einem Ultra. Mit Hecke als Lauf-Ehemann an meiner Seite und seinen drei GPS Uhren am Handgelenk und vielen lustigen Gesprächen konnte nichts mehr schief gehen. Zudem konnte ich so gut wie jeden Anstieg rennen, sodass mich die letzten Höhenmeter 4km vor dem Ziel auch nicht mehr brechen konnten. Mit dem Sieg der Frauen konnte ich mich ziemlich zufrieden erstmal wieder aus der Szene zurückziehen. Bisher tauchte auch kaum mehr das Gefühl auf etwas zu verpassen. Es ist viel mehr die Freude da, mal die Grenzen in andere Richtungen zu verschieben und auszuloten. Btw: Ich habe noch nie so konstanten Muskelkater gehabt, wie in diesem Monat 😀

Dezember (358,7km 36h 49min 6.598m)
Leider kam auch recht schnell eine kleine Belastungserscheinung in mein Leben getreten und sie hört auf den Namen „Leistenschmerz“. Nichts was sich großartig angekündigt hätte, es kam über Nacht, blieb und beeinflusste meine Schrittlänge mehr als gewünscht. Damit verhagelte ich mir den Argenthaler Quarzit Trail – es fühlte sich mehr an wie mit angezogener Handbremse als nach Laufen an sich. Gedanklich konnte ich das schnell wieder abhaken und recht bald wurde es wieder sehr viel besser. Dank dehnen und tapen ist es zumindest bis heute nie wieder so richtig hässlich geworden. Ansonsten bin ich einfach treu dem von Georg geprägten Motto gefolgt: „Einfach mal durchtrainieren und den Mund halten“. Das zeigte sich dann auch endlich mal wieder in schnelleren Dauerläufen und enspannteren Intervallen. (Nicht aber im Silvesterlauf, dank Asthma bei Minusgraden.) Außerdem bin ich seit längerer Zeit wieder sehr regelmäßig Guide beim OCR Trail (Besuch vom Trailmagazin hatten wir auch) und es macht so irrsinnig viel Spaß, vor allem, wenn man mal Gruppen hat die immer zügiger werden und es mich nicht mehr so zerstört, wenn alle einfach mal ungefragt, aus der Dynamik heraus, Gas geben 🙂

Mit Georg zwischen den Jahren beim „Nicht-Barkley-Training“

Gesamt:

Distanz3.966,3 km
Zeit454h 22min
Höhenmeter90.581 m
Läufe330

Das war mein 2019 und ich bin mehr als gespannt auf 2020!

— Jamie

4 Gedanken zu “Rückblick 2019

  1. Hi, Jamie, macht Spaß, deinen langen Bericht zu lesen.

    Kann dir nur einen Rat geben, lass dich nicht stressen vom Laufen, Stress hat man genügend im Alltag, dennoch kann man sehr viel Freude an langen Kanten haben, wenn man seine Ziele nicht allzu hoch steckt, dann wird man – ich spreche aus langjähriger Ultra-Erfahrung – ein Leben lang eine glückliche, zufriedene, stressfreie Läuferin sein und bleiben.

    Alles Gute für dich !
    DAS LEBEN IST LAUFENSWERT – YES !!! 😎

    1. Danke für deinen aufbauenden Kommentar! Du hast total recht, stressen lassen, von etwas was wir lieben, das darf man nicht zulassen. Daher bin ich jetzt erstmal wieder auf den kürzeren Strecken vertreten. Alles zu seiner Zeit ☺️

      Ich grüße dich ganz lieb aus dem Taunus,
      Jamie

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