Rumjammern

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Eigentlich wollte ich heute gar nichts schreiben, aber mein persönlicher innerer Jammerpegel ist auf Anschlag. Alles mündet momentan in einer Durststrecke – sei es im Büro (wegen der Kunden im Winterschlaf) oder im Training. Vor allem im Training. Die Kombination aus frühem Aufstehen und wenig Tiefschlafphasen, gefolgt von 8 Stunden größtenteils sitzend, mit verfrühtem Nachmittagstief(s), Kälte, Regen… gibt mir so ziemlich den Rest.

Das heißt im Klartext, ich werde immer kraftloser und langsamer. Montags 10km bei einer Pace von 4:50. (Ich erinnere mich, dass das mal viel schneller ging). Danach unglaubliche Schmerzen in Knöchel und rechtem Oberschenkel. Dienstag habe ich ausgesetzt und dachte ich könne endlich mal richtig schlafen. Weit gefehlt. Mittwoch zwar erholter aufgewacht, aber der Tag war auch nicht besser. Noch dazu glaubte ich tatsächlich abends irgendwie 20km abzureißen – natürlich „deutlich“ langsamer. Witz komm raus du bist umzingelt (Pace von 5). Irgendwann will man halt nicht mehr mit 11.x km/h durch die Gegend schnecken, komme was da wolle. Aus den geplanten 20 sind mit Ach und Krach 14km geworden. Müde Beine, müder Geist. Ich sagte mir ständig, alles ist nur eine Kopfsache, der Körper kann doch noch. Ich kämpfte vom 3 bis zum 14km und hörte vor dem 15 sogar auf. Was ich normalerweise niemals tue, nur um eine glatte Distanz herauszubekommen. Ich hoffte die ganze Zeit auf den Punkt, an dem ich plötzlich aufdrehen würde. Das geschah leider nicht. Ich will nicht wissen wie ich da herumgeiert bin. Es ist einfach so viel ästhetischer mit kraftvollen Schritten laufen zu können. War nur leider nicht drin. Der Spaß verabschiedete sich vollends. Halsschmerzen traten auf. Der Knöchel sagte hi und ich verlor meine ruhige Atmung.

Ich sagte mir: jeder Kilometer der jetzt nach den zurückgelegten 10 kommt dient dem Fortschritt. Das war der einzige Strohhalm den ich noch hatte, der aber leider kurz vor km 15 abknickte. Egal – ich hatte schließlich getan was ich konnte. Und da ich mir danach immer noch nicht sicher war, ob das wirklich alles war was ich noch konnte, ging es auf die Hantelbank. Die Arme schmerzten schon beim ersten Satz, was bis dato noch nie in dieser Intensität vorgekommen war. Als wäre all das nicht genug, verkrampften meine kleinen Finger inklusive der Daumen und tun bis jetzt immer noch weh, als hätte ich sie mir verbogen. Das geht zwar schon seit einer Woche untergründig so, aber nie so schlimm dass ich keine Flaschen mehr aufdrehen kann. Was das ist und woher das kommt ist mir ein Rätsel.

Nachts kann ich mittlerweile auch nicht mehr länger auf dem rechten Bein liegen, zumindest nicht seitlich. Mein Oberschenkel fühlt sich an dieser Stelle extrem verhärtet an. Eigentlich ist es ja echt amüsant – ich habe niemals die gleichen Schmerzen bis die nächste Leistungsentwicklung kommt. Immer ist es etwas neues, immer ein anderer Muskel der beachtet werden möchte. Wenn das so weiter geht lande ich sowieso wieder beim Physiotherapeuten meines Vertrauens, der sich locker-flockig und kaumgummikauend solange in die Triggerpunkte hängt, bis der Muskel sagt: ich gebe auf.

Bei all dem Schmerz, dem Training und dem Bedürfnis sich immer weiter zu verbessern, hätte ich echt mal gerne jemand der mir Leistungsdiagnostiken sponsort und einen Trainingsplan, der mir mehr nutzt als schadet. (Im Bereich der Selbstvernichtung bin ich nämlich mittlerweile echt schon ein Ass.)

Was ich heute Abend noch gebacken bekomme, das steht noch in den Sternen. Wer guckt mit mir in den Himmel?

— Jamie

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